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The Walking Dead: Michonne – Episode 1 im Test

Von Kevin Köhler am 20. März 2016

Mit The Walking Dead: Michonne, kehrt Telltale Games zu den Wurzeln zurück. Gelingt die Herausforderung die Spannung trotz bekannter Muster aufrecht zu erhalten? In unserem Test schildern wir euch unsere Eindrücke aus dem neusten Machwerk um die lebenden Toten.

    The Walking Dead: Michonne – Eine Frau wie ein Faustschlag

    Soviel gleich vor weg, die Geschichte von The Walking Dead: Michonne erfindet das Anti-Zombie-Katana nicht komplett neu. Die Kombination aus Zombies, Verzweiflung und Menschen, die in der post-apokalyptische Welt an ihre Grenzen geraten, kennen wir aus der Serienvorlage und den bisherigen zwei Staffeln der Adventure-Reihe. Auch Entscheidungen in der moralischen Grauzone gepaart mit Quick-Time Event sind zwar solide, locken aber auf Grund der oft begrenzten Konsequenzen niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Doch dann kam Michonne. Die charismatische Protagonistin, die viel stärker als bei bisherigen Titeln im Mittelpunkt steht, schafft es rasch mich mitzureißen und durch sie ähnlich stark in die Handlung einzutauchen wie seinerzeit mit Lee und Clementine.

    Walking Dead Michonne Test1

    Michonne ist alles andere als wehrlos und das Spiel inszeniert die Kämpfe gewohnt packend.

    Die Geschichte der namensgebenden Heldin Michonne, beginnt mit einer packenden Eröffnungsszene die den emotionalen Schmerz des Hauptcharakters und ihren Bewältigungsversuche zeigt. Michonne flüchtet vor einem Trauma aus ihrer Vergangenheit und tötet die umherstreifenden Zombies fast wie in Trance. Die gespenstischen Szenen ziehen mich sofort in ihren Bann. Ihre leidvollen Erlebnisse haben Michonne nicht schwach zurück gelassen, aber ihr Talent für das Töten von Walkern, macht sie noch nicht zu einer starken Person. Sie versucht sich abzulenken und so zu verhindern, dass sie entgültig zusammenbricht und diese Dynamik macht sie zu einem hoch interessanten Charakter. Sie ist mehr als eine Überlebenskünstlerin, sie sucht nach Erlösung von einer großen Schuld. Auf ihrem Weg zu dieser Katharsis, macht Michonne jedoch keine Gefangenen. Die unabhängige und kämpferische Frau ist dabei eine durch und durch gelungene Adaption des Seriencharakters. Die feine Linie einen starken weiblichen Charakter zu erschaffen ohne dabei in Klischees zu verfallen gelingt Telltale sehr gut.

    Bekannte Muster

    Walking Dead Michonne Test2

    Es geht gewohnt makabar zu in der Welt von Walking Dead.

    Abgesehen vom Hauptcharakter liefert die erste Episode allerdings ein etwas weniger rosiges Bild ab. Viele Muster wie etwa die Frage ob wertvolle Fundsachen gestohlen oder zurückgelassen werden, kennen wir schon aus beiden Staffeln des Spiels The Walking Dead. Genauso ist das Element einer wohlwollenden Diktatur allen Spielern der zweiten Staffel Walking Dead sehr vertraut, auch wenn sich hier noch eine Wendung in der Handlung abzeichnet. Die Geschichte von Michonne ist also zwar keineswegs schlecht geschrieben, aber in Ermangelung neuer Gameplay Elemente zu wenig innovativ, um ein durchweg positives Bild zu hinterlassen. Vielleicht überrascht Telltale ja noch im späteren Verlauf mit mehr Rätseleinlagen oder einem anderen Gameplay-Element als den ewig gleichen Quick-Time-Events. Bis dahin trägt der Charakter Michonne das Spiel. Ob das reichen wird um alle fünf Episoden lang zu motivieren, wird sich zeigen.

    Fazit:

    Ein Fazit und eine Wertung, werden wir erst nach Erscheinen der letzten Episode von The Walking Dead: Michonne vergeben.

    Positiv

    • Charismatischer Hauptcharakter
    • Packende Inszenierung

    Negativ

    • Telltale-Typisch wenig Gameplay
    • Story wenig innovativ
    Seit 2013 bei Gamers.de und Zocker mit Leib und Seele. Anfangen auf dem (original) Game Boy, nun seit fast 20 Jahren am PC. Früher vor allem Shooter, heute vor allem Strategie und Indie Games.

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