Test: World of GooSchleimkugeln zum anfassen auf dem iPadDienstag, 08.02.2011 | mbEs ist schon erschreckend, wie psychologisch ausgeklügeltes Marketing auf uns Konsum-Zombies wirkt. Nehmen wir beispielsweise das iPad. Ein Paradebeispiel dafür, wie es Apple, einem Meister der Vermarktung, gelingt, aus Stuhlgang Gold zu machen. Wenn man kein iPad besitzt - und da wird mir mindestens jeder zweite männliche Bewohner der westlichen Welt zustimmen - dann möchte man unbedingt eins haben. Wenn man eins besitzt, dann möchte man es benutzen. Wenn man es benutzt, fällt einem recht bald auf, dass man gar nicht weiß, was man damit anfangen soll. E-Mails abholen - Ping! Hm, sind die gleichen, die ich vor fünf Minuten auf meinem Laptop und vor zehn Minuten auf meinem iPhone abgerufen habe - doof. Und nun? Das Ding war doch so teuer. Und es macht so unheimlichen Spaß, die kleinen bunten Dinger auf dem Touchscreen hin und her zu schieben. Es liegt sicher nur daran, dass die passende App fehlt. Abhilfe schafft hier ein virtueller Gang in den App-Store - um noch mehr zu konsumieren. Eben dieses Szenario habe auch ich vor wenigen Tagen wieder durchlebt - nicht zum ersten und höchstwahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal. Erfreulicherweise mündete meine Shoppingtour diesmal nicht in einer neuen Sammlung unnützer und viel zu teurer Mini-Programme, die die Welt nicht braucht. Sondern im Kauf eines kleinen aber feinen Spiels, das mir schon seit Jahren ein Begriff war, dessen ich mich aber bislang niemals selbst angenommen habe. Der Titel "World of Goo" geisterte schon im Jahre 2008 durch die Geheimtipps diverser Spielemagazine. Zunächst für PC und Mac, dann auch für die Wii erhältlich, heimste das Puzzlegame mit dem lustigen Design einen Preis nach dem anderen ein. Es wurde also allerhöchste Eisenbahn, dass auch ich mir dieses Stück Spielgeschichte nach Hause holte. Für aktuell 3,99 Euro im iTunes Appstore durchaus verlockend. Gesagt, geladen. Wo der Schleim lebt Was mich beim Start des Spiels begrüßte, sorgte umgehend für gute Laune. In einer knuffig knubbeligen Luftballon-Grafik präsentieren sich mir die Goos, kleine schwarze, später auch in anderen Farben auftretende, Schleimbälle, die in der Gegend herumliegen und sich nichts sehnlicher wünschen, als von einem Abflussrohr, welches in jedem Level an irgendeiner unerreichbaren Stelle vor sich hin gammelt, aufgesogen zu werden. Meine Aufgabe ist es, sie zu eben diesem Ziel zu bringen. Dies stelle ich an, indem ich die lustigen Kügelchen aneinander klebe und auf diese Weise abenteuerliche Konstrukte erschaffe, welche allerdings stets den Gesetzen der Schwerkraft ergeben sind und deshalb mit Sinn und Verstand gebaut werden müssen. |