Test: Starpoint GeminiRaumzeitkollerDienstag, 21.06.2011 | hhEs gibt Spiele, die wenig versprechen und viel bieten. Doch leider geht das auch umgekehrt. Starpoint Gemini ist so ein Fall. Denn statt großem Weltraum-Epos a la Elite entpuppt sich dieses Spiel schnell als fummelige Action-Handels-Rollenspiel Mischung ohne Tiefgang und Langzeitmotivation. Da haben wir's mal wieder. Die blöden Wissenschaftler konnten die Finger wieder nicht von Raum-Zeit-Anomalien lassen. Und wie das in fast jedem Science-Fiction Streifen ist, geht das auch hier schief. Was bleibt, ist ein gespaltenes Volk, Zwietracht bis zum Abwinken, Chaos und Krieg. Und inmitten dieser unwirtlichen Welt seid ihr. Als Kadett verschlägt es euch in eine dieser Anomalien aus der ihr erst 15 Jahre später wieder heraus findet. Und während für euch gerade einmal ein paar Sekunden verstrichen sind, habt ihr glatt den Krieg verpennt. Das macht aber gar nichts denn Kanonenfutter gibt es immer noch genug. Nur findet sich das eben jetzt bei Raumpiraten und anderen Clans. Das ist nicht wirklich spannend, kann aber leidensfähige und geduldige Weltraumpiloten durchaus durch die rund 28 Stunden lange Handlung tragen. Die wird in unspektakulären Spielgrafik-Zwischensequenzen, dafür aber ordentlich vertont, erzählt, und bietet eine solide Basis für das Open-End-Spiel. Apropos Basis: Steuerung und Spielkonzept wird euch in einem ausführlichen Tutorial erklärt. Die Missionen der Kampagne indes hat jeder halbwegs versierte Spieler schon zu Hauf gesehen. Während Kampfeinsätze den Arbeitsalltag beherrschen, gilt es Konvois zu eskortieren und Piraten zu jagen. Die Nebenmissionen sind zufällig aufgebaut, verlaufen aber immer nach dem gleichen Muster. Zerstören, scannen, und bergen von Schiffen. Darüber hinaus wird die Luft im Vakuum auch schon ziemlich dünn. Unnahbar Die gesuchte Nähe zum Rollenspielgenre gelingt, wenn auch nur halbherzig, durch die Charakterentwicklung. Schon der Rollenspieleditor erlaubt zwar Feinheiten wie die Länge des Kinns oder die Bartform, bringt aber dennoch nie ein individuelles und "einzigartiges" Design hervor. Alle Charaktere sehen sich ähnlich und bleiben austauschbar. Ebenso verhält es sich bei der Entwicklung der Personen. Kein Protagonist entwickelt Charme oder fällt durch Kanten auf. Da gibt es schlichtweg nichts, was auch nur einen Hauch von Identifikation mit einem Charakter zulässt. Alles bleibt unnahbar und belanglos, wie die Geschichte selbst. Und auch der Sound kann hier nichts retten. Im Gegenteil! Außer den brauchbaren Sprechern nerven langweilige Synthesizer Phrasen und harmlose Kampfsounds, die den Namen nicht verdient haben und weit hinter dem Niveau aktuell guter iPhone Spiele bleiben. Dazu kommen die immer gleichen und oft auch unpassenden Kommentare. Beispielsweise quicken Ansagen wie "Beschleunigen Sie den Andockvorgang." aus dem Lautsprecher. Nur befinden sich da eben keine Raumstationen oder große Kreuzer in der Nähe, sondern lediglich ein paar Raumpiraten. Solche Ungereimtheiten gibt es einfach zu oft. |