Test: The Darkness 2Rolläden runter... Licht ist Gift!Dienstag, 21.02.2012 | pas„The Darkness“ war 2007 ein heftig diskutiertes Spiel. Zu rüde der Umgangston, zu morbide die Gewaltdarstellung, zu verfassungsfeindlich manches Symbol wie das Hakenkreuz und zu radikal in der Inszenierung der Tötungen… der schlüssige Scherenschnitt war die Folge. Logische Konsequenz war gleichzeitig, dass kaum jemand aus Deutschland das Spiel in der Cut-Version spielen wollte. Den Import-Händler um die Ecke hat’s gefreut. Can you feel the Darkness?Mit „The Darkness 2“ wird vieles anders gemacht. Die Starbreeze Studios wurden aus dem Boot gekickt, durch Digitales Extremes (BioShock, Dark Sector) ersetzt und der ernste Grafik-Stil musste einem Cel-Shading-Look weichen. Eines ist aber geblieben: Die marode Art der Gewaltinszenierung. Wie schon im Vorgänger fliegen Körperteile vom Rumpf der Gegner und Gliedmaßen können abgetrennt werden. Außerdem fließt das Blut wie aus Kübeln und überschwemmt den Bildschirm. Zu viel für die deutschen Jugendschützer und so wurde die hiesige Fassung an einigen Stellen geschnitten. Der Ragdoll-Effekt fiel in der deutschen Fassung dem Rotstift zum Opfer. Das bedeutet gleichzeitig, dass es kein Zusammenzucken von Feinden gibt, nachdem man Blei auf sie gefeuert hat. Das größte Ärgernis in der deutschen Version ist allerdings die Abkehr einer Vielzahl an Finishing-Moves, die für Gewaltverliebte mehr oder minder das Salz in der Suppe sind. Die wenigen gebliebenen Manöver sind nicht mehr als eine nette Dreingabe zum Shooter-Gameplay. Ein auf Themen wie Gewalt, Mord und Totschlag basierender Shooter ohne Blut wäre schon ein kleiner Bruch im Sinnkomplex des Spiels. Daher können wir deutsche Gamer beruhigen: Blut gibt es, wodurch die ungeschnittene PEGI-Fassung nur einen geringen spielerischen Mehrwehrt bietet - Spaß macht die geschnittene Fassung nämlich auch. Vor allem deswegen, weil die Entwickler ihre Stärken in Sachen Storytelling zeigen. Innere Monologe bauen eine Bindung zum Spieler auf und zeigen die mentale Verrohung und das zwiegespaltene Wesen Jackies. In Verbindung mit der in melancholischer Trauer getränkten Musikuntermalung und rockiger Schussgefecht-Mukke schaffen die Macher eine einzigartige Atmosphäre. Was eben fehlt, ist eine Reihe von Tötungsanimationen. Das tut der Inszenierung aber kaum einen Abbruch, dem gewöhnten Gewaltfanatiker dürfte es aber trotzdem ein Dorn im Auge sein. Man will ja schließlich „das Komplettpaket“ für sein Geld bekommen. Ansonsten ist die auf fünf bis sieben Stunden angelegte Story weitestgehend gut in Szene gesetzt und hält bei der Stange, was nicht zuletzt den zynischen Dialogen mit schwarzem Humor und Mafia-Anhängern in Form von infantilen Dösbaddeln liegt. |