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The Crew – Große Haube viel dahinter

Von Patrick Hützen am 10. Dezember 2015

Ubisoft lieferte mit dem Open-World-Racer The Crew bereits ein Feuerwerk an Umfang ab, was gerade im Rennspiel-Bereich noch seines Gleichen sucht. Ich war damals von den vielen Möglichkeiten, der enorm großen Spielwelt und den versteckten Features wirklich geflasht. Umso erstaunlicher das die Entwickler mit Wild Run den Umfang gefühlt verdoppeln und mich wieder an mein Gamepad fesseln.

Cruisen zum Gipfel

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The Summit ist das neue Event bei The Crew

„The Summit“ ist Spielern wahrscheinlich als riesige Lanparty bekannt, auch ein Film trägt den Namen. Ubisoft nennt seinen Modus ebenfalls so und lädt alle zum Gipfeltreffen ein. Auf diesem virtuellen Festival messen sich Spieler weltweit in unterschiedlichen Disziplinen und stürzen sich beispielsweise in grandioser Fast and the Furious Optik die Bergpisten runter. Um teilnehmen zu dürfen, müsst Ihr euer Können in verschiedenen Freeride-Challenges beweisen. Habt Ihr genügend gemeistert, erwartet euch ein wöchentliches Qualifizierungsturnier und als Sieg winkt das ersehnte Ticket zur monatlichen Summit. Als würde mich der Umfang nicht schon genug motivieren, wird auch ein Spitzenrang am Ende des Monats honoriert. Hier gibt es die Möglichkeit exklusive Preise zu gewinnen und spornt noch mehr an, als Erster die Ziellinie zu passieren – klasse. Auch die Grafik überzeugt. Es macht einfach Laune die Bergpisten beim Sonnenuntergang oder prasselndem Regen runter zu krachen, wobei meine extrabreiten 22‘‘ Reifen den Schotter durch die Luft wirbeln.

Nicht breit genug?

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Das Monstertruck-Kit

22 Zoll Reifen sind schon nice to have, aber Wild Run toppt das Ganze noch. Mit vielen Modifikationen eurer Fahrzeuge, präsentierte Ubisoft bereits im Hauptspiel eines der Herzstücke und sorgt mit der Erweiterung für noch mehr Möglichkeiten. So werden aus euren handelsunüblichen Rennmaschinen echte Drift-Monster oder sogar zu Drag-Racern umgemodelt. Wer es richtig fett haben möchte, greift auf das Monster-Truck-Kit zurück und verwandelt das passende Auto schnell in ein geländetaugliches Ungeheuer. Leider gibt es hierfür zwei entscheidende Voraussetzungen: Zum einen muss eure Kiste das Upgrade-Kit unterstützen und zum anderen benötigt Ihr das nötige Kleingeld. Die Kits sind leider verdammt teuer und es steht keines als Kaufpreis-Feature zur Verfügung – schade. Für das Monster-Truck-Upgrade müsst Ihr so knapp 450.000 Credits investieren und erfahrene Crewler wissen: dafür muss man oft die Kupplung schleifen lassen. Die neuen Modifikationsvarianten bringen nicht nur spielerischen Spaß, sondern fließen sinnvoll in das Spiel mit ein. Drag-Rennen und Drift-Abenteuer erfordern zunächst etwas Geschick, im richtigen Moment das Gaspedal zu betätigen oder die virtuelle Handbremse passend zu ziehen, doch es lohnt sich! Ich habe den Dreh schnell raus, manövriere meinen Boliden elegant durch die Challenges und fühle mich schnell wie Vin Diesel in Fast and the Furious.

Motivation en masse

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7 Motorräder stehen für den Spieler bereit.

Ein weiteres i-Tüpfelchen in dem Wort Langzeitmotivation, bieten die neuen Motorräder in The Crew: Wild Run. Euer Fuhrpark wird gleich um 7 Maschinen erweitert und lässt sich selbstverständlich durch unterschiedliche Modifikationen wahlweise zum PS-starken Superbike oder zur geländetauglichen Motocross-Maschine umfunktionieren. Das Fahrverhalten passt gut und ist intuitiv. Auf Autobahnen oder geraden Strecken ist es allerdings recht unspektakulär. Doch besonders querfeldein offenbaren die zweirädrigen Schönheiten ihr Potenzial und bringen eine Menge Spaß. Neben dem neuen Event, den neuen Kits und Motorräder, bietet das Spiel durch ein Update noch mehr Motivation für alle. Alle Spieler, die sich noch nicht im Besitz des DLC’s befinden, kommen trotzdem in den Genuss des neusten Updates. Ein komplett überarbeitetes Wettersystem und viel kräftigere Farben warten auf den Hobby-Racer. Optisch sprechen mich besonders die verbesserten Lichteffekte an. Fällt Regen oder sogar Schnee, sieht es jetzt nicht nur viel besser aus, sondern wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus. So verabschiedet sich mein Heck viel schneller bei starkem Regen und begrüßt mich schneller seitlich als ich es von einer trockenen Fahrbahn gewöhnt bin. Außerdem wurde das Fahrverhalten der unterschiedlichen Vehikel, einer der Hauptkritikpunkte der Vanilla Version, merklich überarbeitet und für den Spieler verbessert.

Warum Wild Run?

    Auch ich habe mir die Frage öfter gestellt, zumal ich beim Hauptspiel noch immer nicht alle Sachen entdeckt und erspielt habe und die Motivation trotzdem noch da ist. Natürlich könnte man mit dem neuen gratis Update argumentieren, welches ja frei für jeden ist und ebenfalls recht viele Neuerungen bietet – aber Nein. Wild Run erhöht die Langzeitmotivation um ein Vielfaches. So bringen die neuen Klassen auch faktisch mehr Spaß. Die Herausforderungen durch wöchentliche Events und dem krönenden Abschluss durch die Summit fesseln den Spieler weiter an das Spiel. Auch die elektronischen und mechanischen Bauteile, Karosserieteile oder simple Aufkleber, sprechen den Jäger in mir an und motivieren mich immer mehr Preise abzustauben. Ich habe bereits das Hauptspiel gefeiert und überaus intensiv gespielt, möglicherweise ist daher mein Artikel etwas subjektiv? Doch keiner kann bestreiten, dass der Umfang derzeit den größten im Racing-Genre darstellt und ich für meinen Teil finde es derart atmosphärisch, dass ich nicht gerade selten den Sonnenuntergang vor der Kulisse des Gand Canyons genieße. Ebenfalls zu erwähnen ist der noch in den Kinderschuhen steckende Editor, der in meinen Augen großes Potenzial hat. Man kann recht schnell Rennen generieren und diese mit allen teilen, das System wird vermutlich noch weiter ausgebaut und verspricht viel Raum zur Individualisierung.

    Fazit

    Für rund 50€ gibt es das Hauptspiel mit der Erweiterung Wild Run. Für alle Spieler die Arcade-Racer mögen und ein Fable für das Open-World-Genre haben stellt sich nicht die Frage, ob das Spiel gekauft werden sollte, sondern lediglich Wann. Besitzer des Hauptspiels müssen rund 30€ berappen, bekommen dafür aber auch einiges geboten, zudem fordert der Entwickler durch die Blume gesagt zum Kauf des Add-On’s. So stehen manche Funktionen nur noch den Inhabern von Wild Run zur Verfügung (automatische Crew-Suche, Radiosender wechseln etc.).

    The Crew: Wild Run potenziert das bereits vorhandene Suchtpotenzial und macht es für mich zu einem der lohnenswertesten Racing-Spiele der letzten Jahre.

    Positiv

    • detaillierte Spielwelt/Fahrzeuge
    • tolle Atmosphäre
    • stetige Herausforderungen
    • gigantischer Umfang
    • Langzeitmotivation
    • dynamisches Wetter
    • Unmengen an optionalen Missionen

    Negativ

    • nur 8 Spieler gleichzeitig
    • Story überfällig
    • Verfolgungsmissionen sehr schwer
    • Unfallinzenierung eher schlecht
    9

    War schon immer ein Zocker - vorangig PC-Kid. Spielte mit Leib und Seele CS 1.6, semiprofessionell. Heute kein Spiel mehr exzessiv. Hat Psychologie studiert, analysiert alles und jeden und ist seit 2015 bei gamers.de