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The Swords of Ditto: Das zuckersüße Roguelite-RPG

Onebitebeyond feiern ihr Gamedebut mit The Swords of Ditto. Das Spiel glänzt mit einer liebevollen Comicwelt, vielen Zelda-Elementen und Roguelite-Mechaniken. Ob die vielversprechende Kombination Ditto zum neuen Indiehit verhelfen, verraten wir euch in diesem Review.

Swords of Ditto Artwork

Bunt, Bunter, Ditto!

Alle (hundert) Jahre wieder

Stell dir vor, du wachst eines Tages auf und ein schimmernder Mistkäfer erscheint vor dir und verkündet dir die wahnsinnige Botschaft, dass du das neue Schwert von Ditto bist. Heidewitzka! So und nicht anders starten wir in die zauberhafte Welt von Ditto. Diese Welt, die mit ihrem großartigen Comicstil und den knalligen Farben an Adventure Time und andere Zeichentrickserien erinnert, wird von der Hexe Mormo bedroht. Nur alle 100 Jahre kann ein Held das Schwert ergreifen und einen Angriff auf ihre Festung wagen. Wir machen uns also auf den Weg zum Grab des letzten Heldes um das Schwert in empfang zu nehmen. Danach haben wir aber auch nur vier Tage Zeit um uns auf das Gefecht mit Mormo vorzubereiten. In den vier Tagen können wir aber allerhand anstellen. Die zufallsgenerierte Spielwelt bietet genug zum Erkunden und es gibt vier Verliese, Schlösser oder wie auch immer, die entweder ein neues legendäres Spielzeug (Waffen sind böse!) bereithalten oder einen von zwei Ankern. Zerstört man diese, wird Mormo geschwächt und ihr habt einen Vorteil im Endkampf.

Swords of Ditto Screenshot

Der Monsterfuß stunnt jeden Gegner

In 4 Tagen durch Ditto!

Die vier Tage klingen erst einmal viel. Doch vergeht die Zeit recht schnell. Ein Tag ist nur acht Minuten lang (oder kurz), vier Tage sind also schon in etwas mehr als einer halben Stunde vorbei. Für einen Roguelite hört sich das aber ganz vernünftig an. Doch lässt sich die Zeit deutlich verlängern. Zuerst einmal stoppt die Zeit in der Stadt, in Häusern sowie in Dungeons und allen anderen Interieurs. Somit hat man nur auf der Oberwelt einen gewissen Zeitdruckt. Beim ersten Versuch bin ich noch munter durch das Land gestreift und habe Zelda-like jedes Grasbüschel zerhäckselt. Pure Zeitverschwendung! Stattdessen sollte man sich auf Dungeons konzentrieren, diese finden sich in Felswänden oder unter dem einen offensichtlichen Grasbüschel (A Link tot he Past lässt grüßen). Ihr habt aber auch die Möglichkeit durch eine Gottheit (ein riesen Wal) einen Tag zurückzuspulen. Weite Strecken können ebenfalls mit einem Schnellreisesystem, einem Bus, der mit einer Kazoo gerufen wird, übersprungen werden.

Genug Möglichkeiten um euch also durch die bescheidene aber knuffige Spielwelt zu boxen und den ein oder anderen kotzenden Zombie oder fliegenden Schädel zu beseitigen. In eurem Abenteuer trefft ihr auch auf verschiedene NPCs, die kleine Quests bereithalten und euch mit Spielzeugen (keine Waffen!!!) oder Sticker belohnen. Die große Auswahl an Sticker sind eure Ausrüstung. An das Schwert, den Kopf, die Rüstung oder den Arm geklebt, bekommt ihr Buffs, neue Skills oder Spezialeffekte. Allerdings verliert ihr diese auch nach dem Tod und müsst im nächsten Durchgang neue finden.

Swords of Ditto Screenshot

Ein kleines Feuer kann schnell ausarten

Der Tod!

Die Sache mit dem Tod ist schnell erklärt. Segnet ihr das zeitliche, vergehen wieder 100 Jahre und ihr wacht wieder als ein neuer Held in Form eines Menschen, Tieres oder sogar Roboters auf. Was euch noch bleibt ist euer Gold, Kristalle und der Level. Spielzeuge und Sticker müsst ihr neue finden. Diese fallen unter Umständen komplett anders aus. Das Spiel ist aber auch hier nicht so strikt, es gibt natürlich Ausnahmen, durch die man vereinzelte Sticker oder Spielzeuge sichern kann. Sinnlos erscheint auf den ersten Blick das Levelsystem. Wir können Erfahrungspunkte sammeln und in der Stufe aufsteigen. Doch passen sich die Gegner mit jeder Stufe dem Spieler an. Somit gibt es keinen eindeutigen Vorteil. Und trotzdem müssen wir aufsteigen, damit wir die Festungen überhaupt betreten können, denn am Eingang ist immer eine Barrikade mit Levelanforderung. Der einzige Vorteil beim Leveln besteht eigentlich darin, dass man ab einer gewissen Stufe auch mehrere Sticker gleichzeitig verwenden kann und somit den Helden weiter stärkt.

 

Swords of Ditto Screenshot

Der Tintenfisch tauscht mit euch Sticker

 

Die fabelhafte Welt von Ditto

Ditto macht einen gelungenen Auftritt. Es macht unheimlich Spaß durch die Welt zu wandern. Der Grafikstil und die großartigen Animationen halten das Spiel auch nach Stunden frisch und das Kampfsystem gibt ein gutes Feedback und wird nie langweilig. Die Spielzeuge sind teils ungewöhnlich aber sehr hilfreich. Von einer Schallplatte, die als Frisbee fungiert, bis hin zur explodierenden Drohne oder einem riesigen Roboterfuß, der aus heiterem Himmel alles plattstampft, wird vieles geboten.
Lobenswert ist auch die Interaktion mit der Umwelt. Es ist beeindruckend, wie viel Liebe im Detail steckt. Führt man beispielsweise eine Feuerattacke aus, brennen die Grasbüschel und stecken alle benachbarten Gräser ebenfalls an. Diese können eine riesige Kettenreaktion auslösen und Gegner sowie euch selbst schaden. Wird man vergiftet, zieht man eine Giftspur hinter sich her, welche auch entzündet werden kann oder andere Gegner vergiftet. Selbst Gegner fügen sich gegenseitig Schaden zu. Alles reagiert mit allem, was der Spielwelt noch mehr Leben einhaucht.

 

Ohne Dich ist alles doof!

The Swords of Ditto ist nicht nur für die kleine Runde in der Mittagspause gedacht, nein, es kann sogar ganze Abende mit Freunden oder Familie füllen. Das Spiel bietet einen einfachen lokalen Koop. Der zweite Spieler kann jederzeit per Tastendruck beitreten. Somit könnt ihr euch zu weit durch die Gegend schnetzeln. Der Multiplayer bietet dabei diverse Vorteile. Man kann zum Beispiel typische Schalterrätsel schneller lösen. Und man kann den Mitspieler auch auf die Schultern nehmen und über Wände oder Abhänge werfen. Außerdem lässt sich ein toter Mitspieler wiederbeleben. Hierfür ist keine Erste Hilfe-Kit nötig, sondern einzig und alleine eine kräftige Umarmung <3

Swords of Ditto Screenshot

Mit einer Umarmung teilt man seine HP mit dem Gefährten

Fazit

Das Spiel um das legendäre Schwert und der verfluchten Welt Ditto macht vieles richtig. Onebytebeyond liefern hier einen echten Überraschungshit, der mit seiner knuffigen und detailverliebten Aufmachung zu überzeugen weiß. Verpackt als Roguelite macht das Action-Adventure eine gute Figur und bietet für den sich ständig wiederholenden Spielverlauf viel Abwechslung. Allerdings wären mehr Roguelite-Elemente, die einen permanenten Fortschritt bieten, wünschenswert gewesen. Die Länge einer Partie kann gerne mal mehrere Stunden dauern, was für ein Roguelite einfach zu viel ist, wenn man danach wieder von vorne beginnen muss und nur ein bisschen Geld und den Level mitnimmt. Die bereits mehrmals gelobte Spielwelt und die wunderschöne Aufmachung laden dazu ein alles genaustens zu erkunden, doch fehlt hierfür einfach die Zeit. Ohne Roguelite, wäre aus dem Spiel sicherlich ein großartiges Action Adventure geworden, das mit einer riesigen und wunderschönen Spielwelt selbst den 2D Zeldatiteln das Wasser hätte reichen können.
Nichtsdestotrotz bleibt The Swords of Ditto ein schönes und spaßiges Spiel, das es auf jedenfall wert ist, gespielt zu werden. Allen Roguelite-Fans und denen, die gerne mit ihren liebsten vor der Flimmerkiste daddeln, kann ich das Spiel wärmstens empfehlen. Ich bin gespannt, was die talentierten Köpfe von Onebitebeyond in Zukunft alles zaubern werden.

The Swords of Ditto findet ihr auf Steam, GOG und im PlayStation Store.

Positiv

  • Detailverliebte Grafik und Animation
  • Lokaler Koop-Modus
  • Humorvolle Inszenierung
  • Eine Kazoo!

Negativ

  • Wenige Roguelite-Elemente
  • Einzelne Durchläufe sehr zeitintensiv
  • Spielwelt bietet kaum Abwechslung
8.5

Besteht aus 64x128 Pixel und 256 Farben. Läuft in der Version 2.7 nicht ganz bugfrei. Führt sein Grafikprogramm seit 2012 bei gamers.de aus und seit 2017 mit zusätzlichem Redakteur-AddOn. Upgradet seine Intermedia Design Features auf der Hochschule Trier und versucht mit seinen eigenen Games die Welt zu erobern. Mag Hunde.