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Thea: The Awakening – Abenteuerland, Kartenspiel, Genremix: alle drei zusammen!

Mit Thea: The Awakening erscheint ein anspruchsvolles und facettenreiches Strategiespiel aus dem Hause MuHa-Games. Angelehnt an Größen der Szene wie beispielsweise der Heroes of Might & Magic Reihe, versucht man sich gut auf dem Markt zu positionieren. Ob das Spiel den Geschmack der breiten Masse trifft und viele neue Fans gewinnen kann oder ob es sich um ein solides Nischenprodukt handelt, klärt unser Test.

Komm mit mir in’s Abenteuerland

Die Übersicht in Thea: The Awakening gibt euch viele Möglichkeiten.

Die Übersicht in Thea: The Awakening gibt euch viele Möglichkeiten.

Was wäre ein Strategiespiel ohne irgendwelche Probleme, Ungeheuer und fiese Gegner? Keine Ahnung, aber Thea: The Awakening vereint alles, denn in der beschaulichen Welt gibt es ein großes Problem. Der sogenannte „Cosmic Tree“, eine Säule zwischen den Welten ist einem Feuer zum Opfer gefallen und hüllt die Welt und alle Lebewesen in eine Dunkelheit. Als die Dunkelheit die Welt übermannte, schwand die Macht der Götter. Nach einem Jahrhundert brechen zarte Strahlen der Sonne durch die ewige Finsternis und weisen den Weg zu einer neuen Ära. Zu Beginn habt Ihr die Wahl zwischen zwei Helden, beziehungsweise einem Helden und einer Heldin. Beide haben göttliches Blut in sich und sind entsprechend machtvoll, doch diese Macht wird auf eine harte Probe gestellt, denn Horden von Monstern warten nur auf euch und versuchen euch in die ewige Dunkelheit zu befördern. Doch nicht nur fiese Gegner machen euch zu Beginn das Leben in Thea: The Awakening schwer, auch die Komplexität des Spiels kommt sofort und ohne Gnade zum Vorschein, es heißt also viele Tutorial-Hinweise lesen, merken, spielen. Ihr habt quasi zwei Wege offen, learning by doing oder alle Hinweise studieren. Beide haben Vor- und Nachteile, ohne zu lesen werdet Ihr vermutlich häufig und schnell sterben, lest Ihr jeden Hinweis ganz genau, steigt eure Frustration wahrscheinlich schnell ins Unermessliche – your choice!

Netter Genre-Mix oder schlicht zu viel?

Die richtigen Items sind oft entscheidend.

Die richtigen Items sind oft entscheidend.

Mit den ersten Schritten des gewählten Protagonisten – keine Sorge, mit der Zeit könnt Ihr alle anderen Helden freispielen – eröffnet sich ein bekanntes Spielfeld. Denn wie beispielsweise in Civilization findet Ihr euch auf einer Hexfeldkarte wieder und befehligt eure Spielfiguren. Außerdem läuft alles rundenbasiert ab, eure Helden haben also eine bestimmte Schrittzahl zur Verfügung, danach beendet Ihr den Zug und der Computer macht seinen Zug, in Form von Monstern etc. Doch nicht nur die Einheiten brauchen euer wachsames Auge, auch euer Dorf steht auf der Liste. Zwar kann man keine neuen Dörfer hinzu bauen, doch das Gebiet ringsherum kann erkundet werden und ist auch zwingend notwendig, doch leichter gesagt als getan. Expeditionen sind wichtig um Ressourcen zu sammeln, diese braucht Ihr um euer Dorf beispielsweise ausbauen zu können. Für die Erkundungstouren durch Thea: The Awakening braucht es natürlich ein Tutorial oder einfach den Mut zum Klick in unentdeckte Gebiete. Ebenso warten spezifische Aufgaben auf euch und eure Helden, diese haben unterschiedliche Schwierigkeitsstufen und sollten auf jeden Fall beachtet werden. Das gilt auch für Gegner und feindliche Lager, oft mit Totenköpfen dargestellt, solltet Ihr überlegene Feinde meiden, denn stirbt einer eurer Helden, ist dieser wirklich weg. Kein Auferstehen oder sonstiger Hokus Pokus, doch es gibt genügend freiwillige Recken im Kampf gegen Monster und andere Schergen. Für jeden Spiel existiert also auch nur ein Spielstand und verlangt euch somit einiges ab, denn wer will schon tote Helden auf seinem Gewissen haben?

Ich lass mir nicht in die Karten schauen

Das Kartenspiel stellt die Kämpfe im Spiel dar.

Das Kartenspiel stellt die Kämpfe im Spiel dar.

Angelehnt an andere Rollenspiele gibt es auch klassische Quests, welche die Story immer weiter erzählen und davon hat Thea: The Awakening eine riesige Menge. Mit fortschreitender Geschichte entdeckt Ihr immer mehr Orte, trefft auf andere Lebewesen und zufällige Ereignisse. Bezogen auf andere Lebewesen sind nicht alle feindlich gesinnt, so verraten euch Zwerge mit etwas Alkohol die Lage eines Schatzes. Für Abwechslung ist also ausreichend gesorgt. Die besagte Abwechslung wird vorangetrieben durch verschiedene Dialogoptionen mit euren Interaktionspartnern. Außerdem wird euch die Story mit ansehnlichen Bildtafeln näher gebracht, ein wenig Pillars of Eternity erkennen wir darin ja schon, ist aber nicht weiter schlimm, denn das Element passt sehr gut zu Thea. Doch neben sammeln, erkunden, euch mit Zwergen betrinken und anderem Schabernack, bleibt das Kämpfen nicht auf der Strecke, doch Thea: The Awakening legt hier ein bekanntes Element an den Tag. Alle Kämpfe finden nämlich in Form eines Kartenspiels statt. Zwar habt ihr die Möglichkeit bei jeder Begegnung zu flüchten oder auch eine Auto-Solve-Funktion, hier übernimmt der Computer die Kartenwahl und den Kampf, doch wir stellen uns der Herausforderung und wählen die Karten. In Abhängigkeit von ausgerüsteten Items, dem Charakterlevel und natürlich von den Mitgliedern eurer Gruppe, sehen eure Erfolgschancen entsprechend gut oder schlecht aus. Neben taktischen Karten, diese kommen nicht auf den Tisch, habt Ihr auch Tischkarten im Petto, die richtige Wahl und der passende Zeitpunkt ist entsprechend wichtig. Tischkarten sind beispielsweise tapfere Knechte, taktische Karten geben euch entsprechende Buffs oder andere Extras. Einmal neu mischen dürft Ihr, falls Ihr zu unzufrieden mit eurem Blatt seid.

Jackpot?

Dialoge haben mehrere Antworten zur Auswahl und überlassen euch die Entscheidung.

Dialoge haben mehrere Antworten zur Auswahl und überlassen euch die Entscheidung.

Habt Ihr alles zu eurer Zufriedenheit gemischt, läuft das Spiel in zwei Phasen ab, in denen habt Ihr keinen Einfluss mehr auf das Geschehen. Sollte es danach noch kein Ende haben und beide Seiten noch einsatzfähige Tischkarten haben, geht das Spiel von vorne los. Jeder Kampf erfordert einiges an taktischem Verständnis und ist zu Beginn nicht wirklich einfach zu verstehen. Auch mit weiterem Fortschritt im Spiel werden die Begegnungen immer anspruchsvoller und fordern euch einiges ab. Zwar habt Ihr die Möglichkeit den Computer spielen zu lassen, das würden wir aber nur im äußersten Notfall empfehlen, denn diese Partien erzielen immer schlechtere Ergebnisse, als wenn Ihr selbst zur Tat schreitet. Auch die Möglichkeit zur Flucht besteht, doch natürlich gibt es auch hier einen Haken und zwar die Gefahr der Verwundung. Eure Helden verlieren also mit jedem Zug Lebenspunkte – schlechter Deal also. In jedem Fall solltet Ihr, besonders zu Beginn, jedes Duell mitnehmen, denn auf dem Kartentisch spielen sich einige Stunden von Thea: The Awakening ab. Außerdem winken viele Belohnungen von besiegten Feinden, die Ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Die Kampfdarstellung erfolgt mit gemalten Karten, im Skizzenlook. Das sieht ganz in Ordnung aus und erfüllt seinen Zweck, doch die „Kampfanimationen“, sofern man diese als solche bezeichnen kann, hätten durchaus schöner sein können. Insgesamt läuft das Spiel mit der Unity-Engine und zieht grafisch nicht gerade die Butter vom Brot, aber punktet mit der Tiefe und Komplexität.

Fazit

    Thea: The Awakening bietet derzeit einen soliden Genre-Mix, stellt aber in meinen Augen ein Nischenprodukt für Liebhaber dar. Die Einsteigerfreundlichkeit ist, durch viele Tutorials, zwar relativ hoch, doch braucht es viele Stunden bist man mit dem Spiel und der Komplexität warm wird. Sollte die Temperatur aber ein angenehmes Niveau erreicht haben, bietet euch Thea: The Awakening wohl mehr Tiefe als viele andere Spiele auf dem Markt. Außerdem sollen verschiedene Punkte im Verlauf gefixt werden, darunter auch das User Interface. So fehlt geübten Spielern eine Übersichtskarte oder Shortkeys für die Befehle. Doch besonders durch die Roguelike-Elemente versprüht Thea: The Awakening einen ganz eigenen Charme und Enthusiasten sollten hier einen zweiten Blick riskieren.

    Positiv

    • tiefe Story
    • netter Genremix
    • vielfältige taktische Elemente
    • hohe Herausforderung (Tod der Helden, 1 Spielstand etc.)

    Negativ

    • viel Einarbeitung nötig
    • grafisch eher zweckmäßig
    • teilweise etwas eintönig
    • oft undurchsichtig
    7.5