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Toby: The Secret Mine

Es gibt etwas Neues aus der Indie Szene. Zumindest auf der XboxOne. Nach der Veröffentlichung auf Steam in 2015 und auf mobilen Geräten in 2016 findet das Puzzle-Spiel Toby: The Secret Mine seinen Weg auf die XboxOne. Lest den Test über den inoffiziellen Limbo Nachfolger.

Toby und sein Widersacher

Wer die Spiele Badland oder Limbo kennt, wird mit dem neu erschienenen Puzzle-Spiel „Toby: The Secret Mine“ für XboxOne schnell warm werden. Die Story zum Spiel ist recht schnell erzählt. Toby lebt in einer Stadt ohne Namen. Doch leider wird diese durch eine rot-äugige Katze um ihre Einwohner gebracht. Also ist es für Toby selbstverständlich, unter schwierigen Bedingungen und in Angesicht mit der drohenden Gefahr nach seinen Freunden zu suchen, um diese zu befreien. In dem vertikal scrollenden Spiel bahnt sich Toby seinen Weg durch eine geheimnisvolle Miene, um sich im letzten Gefecht dem fiesen Kidnapper zu stellen und eine schwierige Wahl zu treffen.

Kennen wir uns nicht?

Wie schon eingangs erwähnt erinnert Toby: TSM dem in 2010 erschienenen Limbo, das ebenfalls in den Schatten spielte und einen Jungen, auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester, durch den Limbus führte. Die Ähnlichkeit zu dem ebenfalls unter HeadUp Games erschienenen Spiel ist mehr als deutlich. Doch die Entwickler machen keinen Hehl draus und sorgen so für einen inoffiziellen Nachfolger des Kultspieles. Doch wie hebt sich das Werk von dem Entwickler Lukáš Navrátil von dem großen Bruder ab?

Der Hauptcharakter und die Bösewichte werden im Scherenschnitt-Design dargestellt. Neu ist dies in der Tat nicht. Auch die genutzten Filter, die die Umgebung ordentlich weich zeichnen lassen den Eindruck nahe legen, dass man mehr kopiert als selbst entwickelt hat. Dennoch gibt es einen erkennbaren Unterschied. Toby sorgt für mehr Farbe und hebt sich damit von seinem Idol ab. Je nach Umgebung führt es uns durch eine grün-braune Sumpflandschaft, eine weiße verschneite Eislandschaft oder durch eine grelle Feuerhöhle. Der Atmosphäre tut dies jedenfalls gut.

Eine der vielen Landschaften

Und wenn er nicht gestorben ist…

Der Weg zu der fiesen Kidnapper Katze ist gespickt mit verschiedenen Fallen und Puzzlen. Diese reichen von einfachen Schalterrätseln bis hin zu verzwickten Kombinationen mit zeitgenauen Jump’n’Run Aktionen. So kann es durchaus sein, dass man auf den ersten Blick keinen Ausweg findet und sich im aktuellen Abschnitt verloren fühlt. Dies ist unter anderem der düsteren Umgebung geschuldet, die gekonnt relevante Lösungsansätze versteckt und einen beim Weiterkommen hindert. Wie es sich für ein richtiges Puzzle-Spiel mit Protagonist gehört, erfährt auch Toby verschiedene Arten, um sein Leben zu verlieren. So kann es durchaus passieren, dass man von einer Säge zerteilt wird oder von Stacheln aufgepiekst wird. Hierbei fällt ein mögliches Manko des Spiels auf. Es ist durchaus egal, ob Toby das zeitliche segnet…man macht einfach weiter. Das Mitgefühl und die Emotionen sind nicht wirklich vorhanden, da der Beziehungsaufbau zur Hauptfigur aufgrund der dürftigen Storyline kaum gelingt. Verstärkt wird das Ganze dadurch, dass der tote Körper, ungeachtet der Ursache, einfach nur zusammensackt. Wie haben wir früher noch zusammengezuckt, als wir bei Prince of Persia mit Bodenstacheln aufgespiesst wurden?! Auch bei Limbo ist durch die kontinuierliche Weiterführung der Geschichte um den namenlosen Bruder eine gute Basis geschaffen worden, um mitzufiebern. Pragmatiker unter uns wird es vermutlich nicht stören.

Doch leider zieht sich die dürftige Story um den Kidnapper durch das ganze Spiel. Die Abschnitte können dabei storytechnisch auch gut getrennt gespielt werden und lassen einen Zusammenhang vermissen. Zugute halten muss man jedoch die technische Umsetzung des Spiels. War die Steuerung auf mobilen Geräten eher schwierig und ungenau so wurde dies bei der Portierung auf die Konsole fast komplett behoben. Man bewegt Toby ziemlich genau und die Kollisionsabfrage funktioniert so, wie sie es soll, ohne das man in einer Wand stecken bleibt. Das gepaart mit einer gut umgesetzten Physik lässt zumindest jedes Knobelherz höher schlagen.

    Fazit

    Es ist wirklich schwierig, ein Spiel zu beurteilen, dass beinahe eine gelungene Kopie eines bereits erschienenen Spiels ist. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Limbo Klon als durchaus gelungene Modifikation des Originals. Die mit Farbe aufgepeppten Umgebungen verhelfen der Hauptfigur zu einem guten Erscheinungsbild bei einem leider sehr blassen Charakter. Die Story der gekidnappten Einwohner wird nicht wirklich erzählt und erschwert einem die emotionale Bindung. Das sorgt dafür, dass Toby: The Secret Mine ein Puzzle-Spiel ist, das in der Basis sehr gut umgesetzt ist, jedoch nicht wirklich mit Überraschungen aufwarten kann. Die Rätsel sind moderat und für einen Profi keine richtige Herausforderung. Wer ein kurzweiliges Puzzle-Spiel sucht sollte sich Toby gerne einmal ansehen.

    Positiv

    • Schöne Atmosphäre
    • Solides Puzzle-Spiel

    Negativ

    • schlechte Story
    • Rätsel für Profis recht einfach
    • Keine großen Überraschungen
    7

    Passionierter Gelegenheitszocker mit der Vorliebe zu Adventures und JRPG’s. Durch Job und Familie beschränkt sich das Spielehobby auf die mobilen Games, die dann exzessiv gezockt werden. Auch für das Kinoportal Cinetrend.de unterwegs.