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TRULON: The Shadow Engine im Test – In die Karten geschaut

Von Christian Lange am 11. März 2016

TRULON – The Shadow Engine hat eigentlich seinen Ursprung auf mobilen Endgeräten. Das finnische Entwicklerstudio Kyy Games hat sich jedoch dazu entschlossen, sein Meisterwerk auch für PC Jünger zu konvertieren. Ob die Umsetzung gelungen ist oder ob Trulon lieber auf iOS & Co. sein Unwesen treiben sollte, erfahrt ihr in unserem Test.

Der Kampf gegen den bösen Westen

Trulon: Idyllisch! Aber was wäre ein RPG ohne Gefahren?

Idyllisch! Aber was wäre ein RPG ohne Gefahren?

In dem Steampunk RPG TRULON – The Shadow Engine (TTSE) begleitet ihr die junge Protagonistin Gladia durch das idyllische Königreich Tripudia. Ihres Zeichens Monsterjäger, stellt sie sich allen möglichen Gefahren, doch ihr Leben scheint sich schlagartig zu ändern, als das friedlebende Volk von einer dunklen und mysteriösen Krankheit heimgesucht wird. Hängt das industriell fortschrittliche Land Maelon, welches denselben Kontinent sein zuhause nennt, damit zusammen?

Wer übrigens noch mehr wissen möchte: Die Hintergrundgeschichte basiert auf dem in Kürze erscheinenden Roman Shadow Gears. Shadowrun Kenner dürfte der Autor Jak Koke durchaus ein Begriff sein, gemeinsam mit dem Trulon-Erfinder Johan Lillbacka entführt das Buch den Leser in die farbenfrohe Welt des Steampunk Universum.

Wer braucht schon Blackjack?

TSE besitzt ein eher unübliches, jedoch interessantes, auf Karten basierendes Kampfsystem. Die Konstruktion des eigenen Decks wird dadurch natürlich zu einem wesentlichen Bestandteil des gesamten Spiels und man muss stets darauf achten, ein vernünftiges, und den aktuellen Anforderungen entsprechendes Set zu konstruieren. Ob man sich viele Karten mit in den nächsten Kampf holt oder eher kleineres Set zusammenstellt, bleibt dabei eine Frage der individuellen Strategie. Ein Deck mit weniger Karten ist beispielsweise recht hilfreich, um gemeinsam mit den Gruppenmitgliedern gezielt mächtige Combos auszulösen. Die Chance, die passenden Karten zu ziehen, ist einfach größer. Zu Beginn des rundenbasierten Kampfes wird die Kartenhand grundsätzlich neu gezogen. Die taktischen Karten können dabei nur einmal im Rahmen des Kampfes eingesetzt werden. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet die immer verfügbare „Wildcard“, diese stellt quasi die Kopie einer sich im Deck befindlichen Karte dar und wechselt ihre Eigenschaft in jeder Runde. Der Einsatz sollte also immer wohl überlegt sein.

Dank der Deckbaumechanik und der zufälligen Auswahl beim ziehen der Kartenhand spielen sich die Kämpfe insgesamt recht abwechslungsreich und dynamisch. Mitunter braucht man gerade zum Start, aber auch zwischendrin, immer eine gute Portion Glück und falls dieses einem gerade nicht hold ist: Laut fluchen hilft bekanntlich immer. Oder: Man konstruiert sein Deck einfach neu und überlegt sich genau, welche Karten man mit an Bord nimmt und welche man lieber im Inventar versauern lässt.

Kampfanimationen: Dauerwerbesendung

Trulon: Die Helden können ordentlich austeilen

Die Helden können ordentlich austeilen

Was im Kampf ein wenig stört, sind die Angriffsanimationen. Diese sind zwar ansprechend gestaltet, dauern aber gefühlt eine halbe Ewigkeit. Wer einen der neueren Pokémon Teile auf den Handhelds gespielt hat, wird bei der ersten Attacke in TRULON direkt daran erinnert. Die „Streifen-Hintergrund“-Animation kennt man hauptsächlich aus den Kämpfen mit den kleinen Taschenmonstern. 

Die Variation von Gegnern ist etwas mau, häufig denkt man sich: „Den kenne ich doch, nur in grün und ohne Horn!“ Dank der Kartenmechanik kommt aber genügend Abwechslung in den Kampf, die Kartenhand wird ja, wie bereits beschrieben, bei jedem Kampfstart neu gezogen. Dadurch gestaltet sich auch jeder Kampf etwas anders. 

Eine gelungene Portierung

Die Steuerung von TRULON funktioniert wunderbar. Bei einer Mobile-Portierung keine Selbstverständichkeit, das Spiel lässt sich bequem mit der Maus steuern und erfordert kaum anderen Input. Wünschenswert wäre eventuell noch eine optionale Tastenbelegung auf WASD für überzeugte Tastaturspieler.

Richtig Gaudi macht die stimmungsvolle Bonbon-Grafik. Diese erinnert, zumindest mich, an einen Mix aus Transistor und einigen Daedalic Games und besitzt dennoch seinen ganz eigenen Charme. Begleitend hat der Soundtrack einen ganz eigenen Charakter und passt wunderbar zur Stimmung des innovativen Titels. Auch das Level Design ist stimmig, häufig führen mehrere Wege zum Ziel.

Fazit

Das finnische Entwicklerstudio hat ein Spiel erschaffen, das nicht den faden Beigeschmack eines billigen Abklatsches hinterlässt. Das Leveldesign fühlt sich sogar ein kleinwenig nach verlorener Kunst an. Viele Titel preisen unterschiedliche Lösungswege und Storyauswirkungen an, oftmals steckt aber nur heiße Luft dahinter, nicht so bei Trulon, die Auswirkungen sind jederzeit nachvollziehbar und spürbar. Es ist immer auch immer wieder spaßig für einen Bosskampf ein Deck zu bauen, neue Strategien auszuprobieren und auf das perfekte All-Around Deck hinzuarbeiten. Die mitunter recht langwierigen Wartezeiten während der Kämpfe führen zu einem kleinen Abzug in der B-Note. Außerdem wäre eine größere Auswahl an Feinden wünschenswert. Die Geschichte macht aber vieles wieder wett und wird so manches JRPG und RPG Herz erquicken.

Positiv

  • Versprüht einen eigenen Charme
  • Gute Portierung
  • Kein "normalo" Kampfsystem

Negativ

  • Lange Wartezeiten im Kampf durch Animationen
7.5

Mit 28 Jahren schon so einige Male die Welt gerettet. Liebt Games aller Art. Steht auf gute Musik. Lebt in der ältesten Stadt Deutschlands. Katzenfanatiker ohne Katze. Sieht Essen als Hobby an. Seit 2015 begleitet er Gamers.de als Redakteur.

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