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Turtle Beach Ear Force Stealth 350 VR im Test

2016 dürfte als Virtual Reality Jahr in die Geschichte eingehen. Mit der Veröffentlichung der Playstation VR sind die Brillen endgültig im Mainstream angekommen. Auch die Peripheriehersteller möchten sich natürlich eine Scheibe vom Kuchen abschneiden. Es verwundert daher wenig, dass bereits einige extra auf den audiovisuellen Genuss zugeschnittene Zusatzgeräte erhältlich sind. Björn hat sich in der letzten Woche bereits das RIG 4VR etwas näher angehört. Wir stellen euch jetzt das Ear Force Stealth 350 VR von Turtle Beach vor und prüfen, ob es uns damit gelingt, noch tiefer in die virtuellen Welten einzusteigen.

Ausgepackt und ins Visier genommen

Wie von Turtle Beach gewohnt, der Kopfhörer kommt sicher verpackt an und lässt sich problemlos aus seiner Hülle befreien. Unter der Plastikabdeckung wartet das 350 VR mit seitlich ausgeklappten Ohrmuscheln. Darunter befinden sich sämtliche für den Betrieb benötigten Kabel sowie das Zubehör in einer separaten Box. Die kompakte, für ein auf Gaming ausgerichtetes Headset eher ungewöhnlich schlichte Bauweise sticht dabei besonders hervor. Ebenfalls auffällig: Das am Bügel angebrachte Gel-Polster hat eine Extra Aussparung für den bei VR Geräten üblichen Headstrap. Wie auf der Verpackung auch noch extra aufgeführt, die gesamte Formgebung soll dafür Sorge tragen, dass sich die neuen Lauscher auch möglichst einfach und nicht störend zusammen mit der VR-Brille verwenden lassen. Ob diese Rechnung aufgeht?

Alles nur ein Marketing Gag?

Nein! Zumindest nicht ganz – ein wesentliches Merkmal des Headsets ist der batteriebetriebene, integrierte Verstärker, dieser intensiviert das Raumerlebnis auch immens, dazu später mehr. Es ist natürlich ungewöhnlich, dass man das in der Verwendung kabelgebundene Gerät extra aufladen muss. Ein Zyklus hält dabei ca. 30 Std., die Aufladerei sollte sich daher insgesamt in Grenzen halten. Die verbauten 50mm Over-Ear Lautsprecher unterstützen die für VR gewünschte isolierte Wahrnehmung, der Bass lässt sich dabei noch in mehreren Stufen regulieren und sorgt für den passenden Überraschungseffekt bei Jump Scares (Tipp: Nur in gesicherter Umgebung verwenden!).

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Außerdem von Vorteil: Das abnehmbare „Noise-Cancelling“ Mikrofon entfernt oder versucht zumindest die Umgebungsgeräusche der realen Welt zu entfernen. Einem ungestörten Austausch mit anderen Spielern steht damit nichts mehr im Wege.

Brille auf und abgetaucht… mit etwas Geduld.

Jetzt geht es natürlich dann auch endlich mal ans Eingemachte. Die Playstation VR aufgesetzt und… schon beginnen die kleinen Probleme des virtuellen Alltags. Wo liegt das Headset? Vorher aufsetzen funktioniert nicht, also müssen die Kopfhörer vorher an den Controller gesteckt und bereitgelegt werden. Das Ganze also noch mal von vorne, VR Brille aufgesetzt, das Visier noch nicht ganz fixieren und die 350 VR halb blind für die realen Vorgänge auf den Kopf bugsieren. So richtig angenehm ist dieser Ablauf  noch nicht, lässt sich aber erst mal nicht umgehen. Eine Sache, die dabei ebenfalls noch auffallend  störend ist, das an den Controller angeschlossene Kabel erschwert das aufsetzen und die Feinjustierung noch zusätzlich. Einer kabellosen Variante würde ich wohl den Vorzug geben.

Dafür überzeugt aber eines: Der Klang. Über die für den Zweck ausreichend dimensionierten Lautsprecher erhält die Wahrnehmung dank des bereits schon erwähnten Verstärkers noch eine gehörige Portion Extra- „Wumms“. In Eve Valkyrie röhren seitlich die Kanonen, die Gegner lassen sich im Raum noch besser wahrnehmen und verfolgen. In Drive Club VR unterstützen die Motorengeräusche das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein und auch in Robinson: The Journey fühlt sich die exotische Dschungelwelt größer und offener ein, man kann förmlich die Atmosphäre einatmen. Das Experiment ist, sobald man die Kopfhörer aufgesetzt, also definitiv gelungen und ein Mehrwert für die Ausflüge in die virtuelle Realität vorhanden.

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Die weichen, stoffummantelten Ohrmuscheln liegen  angenehm an und ich hatte während der bei VR immer etwas kürzeren Spielsessions keine Probleme mit schwitzigen Ohren. Für eine ausreichende Durchlüftung scheint gesorgt zu sein. Dank der leichten Bauweise ist das Headset auch keine weitere nennenswerte Belastung zu der sowieso schon spürbaren und dominierenden VR Brille.

Außerdem noch erwähnenswert: Es liegen austauschbare Kabelsätze für die Verwendung an den gängigen Systemen PS VR, Oculus Rift und HTC Vive  bei.

Fazit

Die Bereitstellung von Extra auf die virtuelle Realität ausgerichteten Kopfhörern funktioniert. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, immerhin wird der Eindruck in alternative Welten abzutauchen dadurch recht massiv verstärkt.Die Sound-Qualität der 350 VR hat mich dabei insgesamt auch überzeugt, insbesondere Verstärker und regulierbarer Bass lassen die Realitäten verschwimmen. Das sorgt natürlich für ein erhöhtes Maß an Spannung, kann sich aber auch durchaus negativ auswirken, bei intensiveren Spielerlebnissen wäre ich durchaus vorsichtig, ob man diese Schwelle überschreiten möchte.

Wo Licht ist, ist leider auch Schatten. Der 350 VR fehlt es etwas an Eleganz und wirkt optisch recht langweilig. Das Design ist natürlich dem Umstand geschuldet, das Headset im Hinblick auf den Tragekomfort an die Virtual Reality Hardware anzupassen. Trotzdem: Ein bisschen innovativer hätte es ruhig ausfallen dürfen. Aber: Der Preis ist mit 79,99 EUR recht fair kalkuliert.

Und nicht zu vergessen: Das Ganze funktioniert natürlich auch ohne VR, ganz klassisch.

Positiv

  • knackiger, voluminöser Sound
  • gut sitzende Ohrmuscheln
  • attraktiver Preis

Negativ

  • langweiliges Design
  • fummelig aufzusetzen
8

In den wilden 80ern am Grünmonitor eines Schneider CPC 6128 aufgewachsen. Erste Gehversuche mit ASM, Happy Computer und PowerPlay. Hobby über die Jahre, dank ausgeprägter Amiga 500 Sucht, sowie massiver Sonic Raserei auf dem heiß geliebten Sega Mega Drive, intensiviert. Züchtet gerade erfolgreich die nächste Zockergeneration und kann, trotz annähernd biblischen Alters, noch immer keinem Controller widerstehen.

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