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XCOM 2 – Härter, schneller, stärker, besser

Von Kathleen Grünwald am 9. Februar 2016

Wenn es um rundenbasierte Taktikshooter geht, gibt es ein PC-Spiel, das ganz oben thront: XCOM definiert das Genre seit Jahren und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Dementsprechend gespannt wurde der Nachfolger von XCOM: Enemy Unknown erwartet. Vier Jahre hat sich Firaxis für die Entwicklung Zeit genommen. Kann XCOM 2 das große Erbe würdig antreten?

Nach 30 Stunden XCOM 2 lehne ich mich zurück und frage mich: „Wieso mache ich das eigentlich? Wieso zocke ich ein Spiel, das mir ständig in den Hintern tritt und selbst den kleinsten Fehler hart bestraft?“ Aber eigentlich ist die Antwort auf diese Frage offensichtlich: weil es unheimlich viel Spaß macht!

Willkommen zurück, Commander.

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Vielfältige Missionsziele erwarten Euch

Der neueste Teil der Reihe spielt 20 Jahre nach den Ereignissen von Enemy Unknown und genau da beginnen schon die Probleme. Denn dort haben wir den Krieg gegen die Alien-Invasoren haushoch verloren und stehen nun einem übermächtigen Regime, den Advent, gegenüber. Dieser Verbund aus Menschen und Aliens verspricht großartige, technologische Fortschritte, wie etwa das Ausrotten von Krankheiten durch Gentherapie. Das klingt doch eigentlich gar nicht so schlecht oder? Was die Weltbevölkerung nicht weiß: Die Aliens ziehen hinter den Kulissen die Fäden, kontrollieren jeden Schritt der Menschen und hecken noch dazu einen grausamen Plan aus.

Gut, dass es noch eine Institution gibt, die den Advent mutig gegenübertritt. Der Widerstand ist mittlerweile nur noch eine kleine Gruppe, dementsprechend schwer ist es, überhaupt etwas im Kampf gegen die Eroberer anzurichten. Eure Operationsbasis ist die Avenger, ein gekapertes Alien-Raumschiff. Von ihr aus versucht Ihr Euer Möglichstes um die Aliens zurückzudrängen, indem ihr riskante Guerilla Einsätze gegen die technologisch überlegenden Außerirdischen ausführt.

Genau diese verzweifelte Entschlossenheit wird mitreißend präsentiert und mausert die Geschichte von XCOM 2 damit zu einem wahren SciFi-Thriller Genuss – inklusive interessanten Wendungen und Gänsehautmomenten.

Härter

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Taktische Finesse und ein guter Überblick sind ein Muss

Wir befinden uns in der Arktis, die Aliens haben hier eine Forschungsstation und wir haben vor sie hart zu treffen. Mein Team, das aus bis zu 6 Mitgliedern besteht, stellt sich einer Übermacht an Gegnern, die quer über die prozedural generierte Karte verteilt sind und das Gebäude bewachen. Noch wissen sie nicht, dass wir da sind. Wir befinden uns im Stealth-Modus, einer Neuerung in XCOM 2. Doch schon bald kommt es zur ersten Begegnung und Leutnant Lena „Bomber“ Kaczmarek wird schwer getroffen. Ihr Kollege und Rekrut Matthias Neumann gerät bei dem Anblick in Panik, rennt in die Gruppe von Gegnern und wirft eine Granate – geradewegs in ein Haus in dem noch weitere, bisher unentdeckte, Aliens patrouillieren. Neumann, Kaczmarek und ein weiterer Soldat kehrten nie zur Avenger zurück. Das schmerzt sehr, denn man baut schnell eine Beziehung zu seinem treuen Team auf.

Solche und ähnliche Situationen werden Euch ständig begegnen, denn XCOM 2 ist hart. Sehr hart. Euch erwarten zum einen eine Mischung aus Boden-Missionen, die so stark variieren, dass Euch selbst nach etlichen Stunden noch neue Zieltypen begegnen. Ihr müsst VIPs retten, die Euch unter Umständen nützlich für Eure Forschungen oder den Ausbau der Avenger sein können, Gebäude mit Bomben zerstören, Laptops hacken auf denen sensible Daten der Aliens verborgen sind oder sogar gelandete UFOs erkunden. Ihr seht – es gibt viel zu tun für Euch als Commander. Alle Ereignisse zwischen den Story-Missionen sind zufällig, ein extrem hoher Wiederspielwert ist also gegeben.

Schneller

Aber wie genau laufen die Kämpfe ab? Wer Enemy Unknown gespielt hat wird sich direkt wohlfühlen. XCOM 2 setzt wieder auf sein bewehrtes, rundenbasiertes Kampfsystem. Zwei Aktionen stehen Euch pro Soldat zur Verfügung, durch bestimmte Skills können das im späteren Spielverlauf auch mal mehr werden. So navigiert Ihr Euer Team über die detaillieren Maps, gebt Befehle zum Abschuss und dominiert die Aliens. Okay – so einfach ist das leider nicht. Denn die Reihe fordert ein hohes Maß an taktischer Finesse und adaptiver Reaktion. Da passt der zuvor genannte, neue Stealth-Modus klasse rein, denn zu Beginn der Mission seid Ihr so lange unbemerkt bis ein Gegner Euch sieht oder Ihr angreift. Damit entstehen tolle Möglichkeiten die Position Eurer Feinde auszuspähen und sie in einen Hinterhalt zu locken. Ein weiterer, neuer Punkt, der viel Kritik erntet, ist der allgegenwärtige Zeitdruck. In nahezu jedem Einsatz wird ein Runden-Timer angezeigt. Habt Ihr das Ziel in dieser Zeit nicht erreicht, gilt die Mission als gescheitert – und das wollt Ihr definitiv nicht. Diese Neuerung führt dazu das Ihr noch mehr riskante Entscheidungen treffen und Euer Team in gefährliche Situationen bringen müsst. Im Zusammenhang mit der Geschichte macht dieser Druck Sinn, denn Guerilla Missionen nutzen bekanntermaßen nur ein kleines Zeitfenster. Dennoch wirkt das Limit oftmals fehl am Platz und drängt Euch in die Offensive. Glücklicherweise gibt es schon Mods, die dieses Problem entweder mit einer Abschwächung des Timers umgehen oder ihn komplett abschaffen.

Stärker

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Prioritäten setzen ist angesagt!

Der Dreh- und Angelpunkt Eures Feldzuges ist Eure Basis. In der Avenger sind Eure Soldaten, Wissenschaftler und Ingenieure stationiert und tüfteln ununterbrochen an neuen Waffen, Verbesserungen und Methoden zur Informationsbeschaffung. Ingenieure sind im Gegensatz zum Vorgänger keine passive Ressource mehr, sondern können beliebig auf Projekte verteilt werden. Das ist bei den Wissenschaftlern leider nicht der Fall. Außerdem befindet sich in dem ehemaligen Alien-Raumschiff viel Platz für neue, nützliche Einrichtungen. Und die sind bitter nötig, denn anders als im Vorgänger navigiert Ihr mit Eurem Schiff über eine Weltkarte und fliegt Eure Ziele direkt an. Auf ihr müsst Ihr Kontakte zu Widerstandszellen aufbauen, was ohne Kommunikationszentrale in der Avenger unmöglich ist, und entscheiden, welchen Ereignissen und Möglichkeiten Ihr Eure Aufmerksamkeit schenkt. Hier müsst Ihr stets Prioritäten setzen – denn um alles könnt Ihr Euch nicht kümmern, dazu seid Ihr schlicht zu klein. Immer wieder wird Euch die Wahl zwischen drei verschiedenen Missionen gelassen, allesamt vollgepackt mit fiesen Plänen der Aliens. Durchkreuzt Ihr einen von ihnen, müsst Ihr trotzdem mit den Konsequenzen der Anderen zurechtkommen. Und auch auf der Weltkarte seid Ihr vor dem Zeitdruck ähnlich der Boden-Missionen nicht gefeit: Die Advent arbeiten nonstop an einem Megaprojekt und ein fortschreitender Balken erinnert Euch ständig daran. Wenn Ihr sie aufhalten wollt, müsst Ihr Euch beeilen!

Besser

Nicht nur unsere Soldaten sehen dank vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten deutlich besser aus als im Vorgänger: XCOM 2 präsentiert sich im Ganzen grafisch sehr gut. Leider wird dafür ein guter PC vorausgesetzt – viele Spieler bemängeln die hohen Anforderungen und Performance-Einbrüche. Beim Soundtrack und der Synchronisation bleiben hingegen keine Wünsche übrig. Die Musik untermalt die Ereignisse stimmig und die Synchronisation überzeugt mit solider, deutscher Vertonung. Natürlich stehen Euch auch englische und sogar spanische, französische und italienische Stimmen samt Untertiteln zur Verfügung. Geschraubt wurde auch an der Steuerung, diese reagiert wesentlich direkter als im Vorgänger.

Fazit

Ein solch intensives Spielerlebnis hatte ich schon lange nicht mehr. XCOM war schon immer eine Erfahrung für sich und mit dem neuesten Teil hat Firaxis der Reihe die Krone aufgesetzt. Selbst das Zeitlimit machte mir persönlich nicht sehr viel aus – ich fand es unheimlich spannend zu sehen, welche Situationen durch das erzwungene Verlassen meiner Komfortzone entstehen. Es war selten so spaßig komplett überfordert zu sein.

Eines gibt es aber noch zu sagen:
Ruht in Frieden – Leutnant Lena „Bomber“ Kaczmarek, Matthias Neumann und die vielen anderen Soldaten, die im Kampf gegen die Übermacht der Außerirdischen gefallen sind. Euer Opfer wird niemals vergessen sein.

XCOM2 - Gewinnspiel
Verbleibende Tage
Endet

Wir verlosen mit freundlicher Unterstützung von 2K Games:

  • 1 Fan T-Shirt XCOM 2
  • Fan Patches
  • Trinkbecher
  • Buch: XCOM 2 Resurrection

Teilnahmeschluss: 18.03.2016

Dieses Gewinnspiel ist abgelaufen

Positiv

  • Intensives Gameplay
  • Gut inszenierte Story
  • Gewohnt hoher Schwierigkeitsgrad
  • Mod Unterstützung seit Release
  • Hoher Wiederspielwert

Negativ

  • Allgegenwärtiges Zeitlimit
9.5

Mit zarten 5 Jahren ihre ersten Spiele durch ihren großen Bruder erlebt - Tomb Raider und Resident Evil. Seitdem mit der Gaming-Sucht infiziert. Zockt quer durch jedes Genre, liebt vor allem aber gute Storys. Hat die Leidenschaft zum Beruf gemacht - studiert Intermedia Design mit Schwerpunkt Gaming und ist seit 2016 bei Gamers.de.