MMO-Mäuse im Vergleich

Der deutsche Gaming-Peripherie Hersteller Titanwolf ist bekannt für hochwertige Gaming Mäuse. Auf dem aussterbenden Markt der MMO-Mäuse ist es einer der weniger Hersteller, der nach wie vor diesen Maustypus, der sich vor allem durch viele Daumentasten auszeichnet, anbietet. Wir haben uns heute zwei dieser Exemplare aus dem unteren Preissegment angeschaut, die bekannte Gauntlet und die etwas weniger bekannte System.

Titanwolf Gauntlet
Titanwolf Gauntlet – Daumentastenfeld

Gauntlet und System – Design und Verarbeitung

Da es sich bei beiden Mäusen um MMO-Mäuse des gleichen Herstellers handelt, könnte man meinen, daß sie ähnlich designed sind. Aber weit gefehlt. Die Gauntlet und die System könnten unterschiedlicher kaum sein. Während die Gauntlet in vorbildlicher Weise ergonomisch geformt ist, mutet die System an wie ein in die Länge gezogener Muffin. Ein gemeinsames Merkmal hingegen sind die dpi-Tasten unterhalb des Mausrads und das 12-Tasten Daumenfeld, wobei selbst diese beiden Merkmale ziemlich unterschiedlich designed sind. Aber das ist auch nicht weiter schlimm.

Die Gauntlet mutet dank ihrer ergonomischen Form mehr wie eine Gaming Maus an, als die System. Letztere würde man eher in einem Büro am Arbeitsrechner vermuten. Die Oberfläche beider Mäuse ist sehr glatt. Das ist bei der Gauntlet kein Problem. Die System allerdings bietet durch ihre Form keinen guten Griff, wodurch es passieren kann, daß die Maus bei lockerem Griff in der Hand wackelt und verrutschen kann.

Apropos wackeln: Die System fühlt sich haptisch im Ganzen etwas wackelig an. Das Mausrad hat viel Spiel nach rechts und links und die Daumentasten wackeln ebenfalls. Ganz anders hingegen die Gauntlet. Hier ist alles stabil und fest. Die Gauntlet fühlt sich daher wesentlich wertiger an als die System. Betrachtet man die Haupttasten der Maus, sind diese absolut zufriedenstellend. Sie lösen präzise und mit einem guten Feedback aus.

Titanwolf System
Titanwolf System – Daumentastenfeld

Das Daumentastenfeld

Aber da wir uns die beiden Kontrahenten explizit in puncto MMO anschauen wollen, sind natürlich die Daumentasten von besonderem Interesse. Und hier versteckt sich etwas kurioses. Die Besonderheit der System ist die Autauschbarkeit der Daumentasten. Mit den mitgelieferten Ersatztasten kann man selbst bestimmen ob man 12 Tasten haben möchte oder nur drei. Oder nahezu alles dazwischen. Das ist perfekt zum individualisieren bei verschiedenen Spielen. Die Tasten lösen deutlich und präzise aus und sind mit dem Daumen sehr leicht voneinander zu unterscheiden.

Das einzige, was uns beim Testen ein bisschen Probleme bereitet hat, war die Anordnung der Daumentasten. Bei so ziemlich allen Mäusen mit Daumentastenfeld sind die Zahlen so ausgerichtet, daß vorne unten die Eins ist und es sich dann vertikal durchnummeriert. Die System ist da anders. Die Eins befindet sich vorne oben und nummeriert dann horizontal durch. Wenn man Daumentasten von anderen Mäusen gewohnt ist, ist eben diese Umstellung wirklich schwierig. Vor allem, wenn sie schon in Fleisch und Blut übergegangen sind. Immerhin sind alle Tasten mit etwas Übung gut zu erreichen. Da es sich um ein recht großes Tastenfeld handelt, sollte man als Käufer die Maus erst in die Hand nehmen um zu sehen, ob der Daumen lang genug dafür ist.

Titanwolf Gauntlet
Titanwolf Gauntlet

Bei der Gauntlet ist das vollkommen anders. Das Tastenfeld ist etwas kleiner und in gewohnter Weise durchnummeriert. Die Tastenzeilen sind deutlich in V-Form gestellt, um die Reihen besser erkennen zu können. Doch es gibt ein großes Aber. Beim Drücken der Tasten geben diese so gut wie kein Feedback. Ob eine Taste wirklich ausgelöst wurde, sieht man erst anhand der Reaktion auf dem Bildschirm. Das wäre im besten Fall irritierend und man könnte sich sicher daran gewöhnen. Allerdings haben die Tasten auch völlig unterschiedliche Druckpunkte. Und um der Sache die Krone aufzusetzen, sind die Tasten relativ schwer zu drücken, wodurch es manchmal vorkommt, daß man beim Betätigen der Daumentasten aus Versehen die linke Maustaste mit betätigt. Oder aufgrund der ziemlich kleinen Tasten auch direkt die Nachbartaste mit auslöst. Aber vielleicht liegt das auch nur an meinen Wurstfingern.

Diese beiden Daumenfelder trennen Welten. Man könnte sich vorstellen, daß die Gauntlet mit einem Tastenfeld ähnlich das der System wesentlich besser wäre, vor allem, da die ergonomische Form äußerst gut in der Hand liegt.

Titanwolf System
Titanwolf System

Technik Titanwolf Gauntlet/System

Technisch gesehen ist vor allem die Gauntlet auf einem ausgezeichneten Stand. Ihr Avago Sensor hat eine Abtastrate von bis zu 16.400 dpi/12000 FPS, die Beschleunigung beträgt bis zu 30G. Die Sensorauflösung lässt sich über 5 Stufen regulieren. An der Unterseite besitzt die Gauntlet ein Fach, das mit acht 2,5 Gramm Gewichten bestückt werden kann.

Die System hingegen läuft mit einem optischen Pixart Gaming-Sensor mit bis zu 10000dpi. Zur Anpassung stehen hier vier 5 Gramm Gewichte zur Verfügung. Beide Mäuse erwiesen sich technisch als einwandfrei und präzise.

Fazit

Die beiden Titanwolf-Mäuse haben Stärken und Schwächen. Die Stärke der Gauntlet ist eindeutig Leistung und Präzision, die Schwäche eindeutig das Daumentastenfeld.
Bei der System ist das Daumentastenfeld zwar gut, aber ihr mangelt es an einem ergonomischen Design, wobei die Anpassungsmöglichkeiten gerade für Spieler, welche viele unterschiedliche Spiele spielen optimal sind.
Was allerdings bei beiden positiv zu bewerten ist, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Beide Mäuse sind mittlerweile für unter 30 Euro zu bekommen. Unter diesem Gesichtspunkt bekommt man für so wenig Geld sehr viel geboten.