
Wenn ein Spiel die Gaming-Welt spaltet
Die Gaming-Szene erlebt gerade ein Déjà-vu. Immer wenn ein Nachfolger zu einem modernen Klassiker erscheint, prallen Erwartungen, Emotionen und Frust aufeinander. Genau das passiert seit September mit „Hollow Knight: Silksong“. Viele hatten einen behutsamen Ausbau des gefeierten Vorgängers erwartet, doch Team Cherry entschied sich für einen mutigen Weg. Die Welt ist vertraut, die Mechaniken ebenfalls, doch das Tempo und die Präzision verlangen deutlich mehr ab.
Während manche Spieler dieses härtere Design als logische Weiterentwicklung feiern, fühlen sich andere regelrecht vor den Kopf gestoßen. In Foren und Community-Hubs wechseln sich Lob, Wut und Bewunderung beinahe im Minutentakt ab. Dass die Diskussion so heftig geführt wird, zeigt jedoch, wie groß die Verbundenheit zur Serie weiterhin ist.
Umso spannender ist es, wenn sich Persönlichkeiten aus der Branche selbst zu Wort melden. Auf dem Osaka Indie Games Summit 2025 sprach Game*Spark mit Shuhei Yoshida. Wer seine Liebe zu anspruchsvollen Titeln kennt, rechnete mit klaren Worten. Und die kamen.
„Manchmal denke ich, ich sollte wirklich aufhören“
Auf die Frage nach aktuellen Indie-Favoriten musste Yoshida nicht lange überlegen. Er antwortete: „Im Moment spiele ich vor allem Hollow Knight: Silksong. Es ist ziemlich schwierig, und manchmal denke ich: Ich sollte nicht meine ganze Zeit damit verbringen, ich sollte wirklich aufhören. Aber am nächsten Tag fange ich dann doch wieder an zu spielen.“ Das Zitat traf einen Nerv, denn es beschreibt, was viele über das Spiel empfinden.
Yoshida erklärte im Interview außerdem, dass ihn nicht nur Silksong fesselt. Auch „Hades 2“ spiele er auf mehreren Plattformen. Besonders schätzt er die Cross-Save-Funktion, weil er problemlos zwischen PC und Nintendo Switch 2 wechseln kann. Er nannte das Spiel „extrem polished“ und lobte die technische Feinabstimmung, die Supergiant Games auszeichnet.
Sein persönlicher Kandidat für das Spiel des Jahres wäre jedoch ein anderer gewesen. Yoshida: „Meiner Meinung nach hat es dieses Jahr gute Chancen auf den Titel Spiel des Jahres. Es ist ein ziemlich frustrierendes, aber zugleich faszinierendes Spiel.“ Gemeint war „Babysteps“, das am Ende nicht nominiert wurde. Dafür treten nun „Hollow Knight: Silksong“ und „Hades 2“ in mehreren Kategorien an. Welche Überraschung uns am 11. Dezember erwartet, bleibt offen.

