Es gibt Spiele, über die man irgendwann nur noch flüstert – nicht, weil sie vergessen wurden, sondern weil man Angst hat, sie überhaupt noch zu erwähnen. „Beyond Good and Evil 2“ ist genau so ein Mythos. Seit 2008 geistert der Titel durch Foren, Interviews und Messebühnen, mal als Hoffnungsträger, mal als Schatten seiner selbst. Während andere Marken kamen und gingen, blieb dieses Sequel eine Art schillerndes Versprechen, das sich nie ganz auflöste.

Und doch passiert jetzt etwas, das keiner mehr wirklich erwartet hat. Ubisoft Montpellier hat eine neue Stellenanzeige veröffentlicht, die direkt dem Projekt zugeordnet ist. Kein Teaser, kein Trailer, sondern ein nüchterner Jobtext – aber nach all den Jahren wirkt genau dieser Minimalismus fast wie ein Paukenschlag. Zumindest eines steht fest: Dieses Spiel ist nicht tot. Vielleicht war es nie näher an einem echten Lebenszeichen als jetzt.

„Ein faszinierendes Weltraum-Universum“ – was die neue Spur wirklich verrät

Die Stellenausschreibung für einen Technical Sound Designer klingt auf den ersten Blick unspektakulär. Doch ihr Inhalt hat es in sich. Der neue Mitarbeiter soll Teil eines rund zehnköpfigen Audioteams werden, das sämtliche Projekte betreut – einschließlich „Beyond Good and Evil 2“. Dazu liefert die Ausschreibung eine aktualisierte Projektbeschreibung, die selten so eindeutig war.

Dort ist von einem „nahtlosen Erlebnis voller Erkundung und Weltraumpiraterie“ die Rede, von einer offenen Welt, die als Vorgeschichte zum Original aus dem Jahr 2003 dienen soll. Unter der Haube: die hauseigene Engine Voyager, die laut Ubisoft neue technische Horizonte ermöglichen soll. Auch wenn das Spiel seit der E3 2017 keinen neuen Trailer mehr bekommen hat, klingt diese Beschreibung erstaunlich lebendig.

Bemerkenswert ist außerdem, was Ubisoft nicht tut: Das Projekt verstecken. Obwohl die E3 längst Geschichte ist und Ubisoft mehrere Umstrukturierungen durchlaufen hat, bleibt „Beyond Good and Evil 2“ sichtbar – und das deutet darauf hin, dass es am Ende nicht nur eine Fußnote der Spielehistorie werden soll.

„Mangelndes Verständnis“ und ein neues Team – warum Ubisoft trotzdem nicht aufgibt

Die Entwicklung des Spiels war alles andere als geradlinig. Der langjährige kreative Kopf Michel Ancel verließ Ubisoft bereits vor Jahren und sprach später selbst von „mangelndem Verständnis zwischen leidenschaftlichen Managern“. 2024 folgte der nächste Einschnitt: Der damalige Creative Director verstarb unerwartet, wodurch erneut ein Wechsel an der Spitze nötig wurde. Kaum ein Großprojekt hatte in den vergangenen Jahren so viele personelle Turbulenzen.

Trotzdem blieb Ubisoft dran – und schickte 2024 sogar eine Jubiläumsversion des ersten Teils ins Rennen. Diese enthielt brandneue Zwischensequenzen, die subtil auf die Fortsetzung verwiesen. Ein ungewöhnlicher Schritt für ein Spiel, das angeblich auf der Kippe stehen soll. Auch die jüngste Reorganisation des Unternehmens spricht eine klare Sprache: Während viele Kernmarken in die neue Ubisoft-Tochter Vantage Studios verlagert wurden, blieb Montpellier mit „Beyond Good and Evil 2“ bewusst außen vor.

Ein Release-Datum bleibt weiterhin ein weißer Fleck. Doch das neue Lebenszeichen wirkt wie ein stilles Versprechen: Das Sonnensystem von „Beyond Good and Evil“ dreht sich noch. Und vielleicht – nach all den Jahren – schneller als man denkt.

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