„Ein Studio im Ausnahmezustand – und plötzlich geht es nicht mehr um GTA 6“

Normalerweise richten sich alle Augen auf Rockstar Games, wenn ein neues „GTA“-Kapitel naht. Doch seit einigen Wochen verschiebt sich der Fokus dramatisch: Nicht der größte Open-World-Hit aller Zeiten, sondern ein interner Skandal dominiert die Schlagzeilen. Gleich 34 Mitarbeiter verloren ihren Job – offiziell wegen „grobem Fehlverhalten“. Was hinter dieser Formulierung steckt, war zunächst unklar, is jedoch mittlerweile Gegenstand intensiver Recherchen.

Der YouTube-Kanal People Make Games will die bislang detailliertesten Hinweise gesammelt haben. Mehrere Insider sollen bestätigt haben, dass die Vorgänge nicht auf Leaks oder Datendiebstahl zurückgehen, sondern auf eine Reihe privater Nachrichten. Die Ursache liegt demnach nicht im Code von „GTA 6“, sondern im Umgang mit firmeninternen Richtlinien.

Rockstar nutze für interne Kommunikation die Plattform Slack. Wie in vielen Tech-Unternehmen existieren dort nicht nur Arbeitskanäle, sondern auch informelle Chats – Räume, in denen man Team-Ausflüge plant oder einfach über Sport spricht. Doch nach einem internen Richtungswechsel soll das Management zahlreiche dieser Chatrooms gelöscht und die Social-Regeln verändert haben, angeblich um „Ablenkungen zu reduzieren“. Das geschah abends – und nicht alle bekamen es rechtzeitig mit.

„Discord, Gewerkschaftspläne und eine Regel, die niemand kannte“

Parallel dazu betrieben einige Mitarbeiter, die sich laut People Make Games für eine mögliche Gewerkschaftsgründung interessierten, einen privaten Discord-Server. Dort tauschten sie sich über ihren Arbeitsalltag aus, wie es Kolleginnen und Kollegen in vielen Branchen tun. Genau hier nahm die Geschichte jedoch eine Wendung. Mitarbeitende, die noch im Büro waren, sollen die neuen Slack-Regelungen in diesem privaten Discord besprochen haben.

Laut den Recherchen wertete Rockstar dies als Weitergabe interner Informationen – obwohl die neuen Vorschriften zum Zeitpunkt der Diskussion weder offiziell kommuniziert noch überall bekannt waren. Aus Firmensicht war dies trotzdem ein Regelbruch. Die Folge: eine Welle von Entlassungen, deren Härte selbst langjährige Beobachter überrascht.

Offiziell bestätigte Rockstar bislang nichts. Doch die Gemengelage erzeugt ein schlechtes Bild, vor allem kurz vor dem weltweit erwarteten Release von „GTA 6“. Ein angespannter Arbeitsplatz, unklare Kommunikationsstrukturen und die abrupten Kündigungen setzen dem Studio zu. Und sie werfen Fragen auf, die weit über das nächste Spiel hinausgehen: Wie sicher fühlen sich eigentlich Menschen, die an einigen der größten Marken der Branche arbeiten?

Unabhängig davon, wie die endgültigen Fakten aussehen – eines ist sicher: Diese Episode stärkt nicht das Vertrauen in Rockstar Games. Und sie zeigt, wie schnell interne Richtlinien Eskalationen auslösen können, wenn Transparenz fehlt.

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