
Die Aktionäre von Electronic Arts haben einer geplanten Übernahme des Unternehmens zugestimmt, die den US-Publisher mit rund 55 Mrd. US-Dollar bewertet. Käufer ist mehrheitlich der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und könnte nach aktuellem Stand Anfang 2027 erfolgen.
Im Rahmen des Deals sollen EA-Aktionäre 210 US-Dollar pro Aktie erhalten. Nach Umsetzung würde Electronic Arts von der Börse genommen und wieder in Privatbesitz übergehen, rund 37 Jahre nach dem Börsengang.
Eigentümerstruktur nach der Transaktion
Nach den vorliegenden Angaben soll die künftige Eigentümerstruktur klar verteilt sein. Der Public Investment Fund würde 93,4 % der Anteile halten. Weitere 5,5 % entfallen auf die US-amerikanische Investmentgesellschaft Silver Lake. Die verbleibenden 1,1 % sollen an Affinity Partners gehen, eine Investmentfirma von Jared Kushner.
Mit dem Deal würde Saudi-Arabien seine bereits umfangreichen Investitionen im globalen Games-Sektor weiter ausbauen. Der PIF ist unter anderem bereits an mehreren internationalen Spiele- und Esports-Unternehmen beteiligt.
Finanzielle Folgen für Electronic Arts
Die Übernahme zu einem vergleichsweise hohen Aktienpreis hätte für EA auch finanzielle Konsequenzen. Laut Berichten würde das Unternehmen zur Finanzierung des Deals mit rund 20 Mrd. US-Dollar verschuldet. Diese neue Schuldenlast könnte Auswirkungen auf die künftige Kreditwürdigkeit und die finanzielle Flexibilität des Publishers haben.
Electronic Arts selbst hat sich bislang nicht detailliert zu möglichen Änderungen bei Investitionsplänen, Personalstruktur oder laufenden Projekten geäußert. Erfolgreiche Marken wie EA Sports FC und Battlefield bleiben nach aktuellem Stand zentrale Bestandteile des Portfolios.
Regulatorische Prüfung steht noch aus
Wie bei großen internationalen Übernahmen üblich, muss die Transaktion von Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern genehmigt werden. Beobachter verweisen dabei auf frühere Großdeals in der Spielebranche, etwa die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft, die ebenfalls umfangreiche Prüfverfahren durchlief.
In den USA, Europa und weiteren Märkten wird geprüft werden, ob wettbewerbsrechtliche oder sicherheitspolitische Bedenken bestehen. Erst nach Abschluss dieser Verfahren kann der Verkauf final umgesetzt werden.
Einordnung im Marktumfeld
Aus Sicht der Anteilseigner gilt Electronic Arts als etabliertes, aber in den vergangenen Jahren nur moderat wachsendes Unternehmen.
Der nun beschlossene Verkauf bietet Investoren die Möglichkeit, ihre Anteile mit deutlichem Aufschlag zu veräußern. Wie sich die neue Eigentümerstruktur langfristig auf Strategie, Unternehmenskultur und Produktentwicklung auswirkt, bleibt offen.
FAQ
Mehrheitlich der saudische Staatsfonds Public Investment Fund.
Die Bewertung liegt bei rund 55 Mrd. US-Dollar, mit 210 US-Dollar pro Aktie.
Vorbehaltlich Genehmigungen wird ein Abschluss Anfang 2027 angestrebt.
Nein, das Unternehmen soll von der Börse genommen werden.
Silver Lake sowie Affinity Partners.
Berichten zufolge entsteht eine Verschuldung von rund 20 Mrd. US-Dollar.
Nein, dazu gibt es bislang keine offiziellen Aussagen.
Ja, durch verschiedene nationale und internationale Behörden.

