
Die Frage, ob Cyberpunk 2077 mehr Zeit mit der Figur Jackie Welles hätte bieten sollen, wird seit dem Release des Spiels immer wieder diskutiert. Der Creative Director von Cyberpunk 2 hat sich nun klar gegen diese Idee positioniert.
Klare Absage an verlängerten Prolog
Igor Sarzynski, Creative Director des kommenden Cyberpunk 2, erklärte öffentlich, dass eine Ausweitung des ersten Akts von Cyberpunk 2077 aus seiner Sicht keinen erzählerischen Gewinn gebracht hätte. Ein längerer Abschnitt vor dem Arasaka-Heist würde das Spiel nicht verbessern.
Zur Veranschaulichung zog Sarzynski einen Vergleich zur Star Wars-Reihe. Mehr Zeit mit Jackie zu verbringen sei vergleichbar mit der Forderung, mehr Szenen mit Luke Skywalker als Farmer auf Tatooine zu zeigen, bevor dessen eigentliche Geschichte beginne.
Jackie nicht Teil der Kernhandlung
Sarzynski betonte, dass Jackie Welles zwar für viele Spieler eine prägende Figur gewesen sei, erzählerisch jedoch nicht im Zentrum der Geschichte stehe. Sein früher Tod sei bewusst gewählt und strukturell notwendig gewesen, um die eigentliche Handlung in Gang zu setzen.
Die Entscheidung, Jackie nur für einen begrenzten Zeitraum präsent zu halten, sei daher kein Versäumnis, sondern Teil des geplanten Erzählkonzepts.
Unterschiedliche Spielerfahrungen im ersten Akt
Der Entwickler verwies zudem darauf, dass die Wahrnehmung der Spielzeit stark variiere. Während manche Spieler Jackie sehr früh verlieren, verbringen andere laut Sarzynski bis zu 20 Stunden im Stadtteil Watson, dem begrenzten Startgebiet des Spiels.
Gerade weil Ziele und Motivation in diesem Abschnitt bewusst offen gehalten seien, würde eine weitere Verlängerung laut Sarzynski zu einem ziellosen und unfokussierten Spielerlebnis führen.
Kein gestrichener Inhalt
Ein weiterer Punkt, den Sarzynski klarstellte, betrifft Spekulationen über angeblich entfernte Inhalte. Der montageartige Prolog mit Jackie sei nicht aus gekürztem Material entstanden. Laut Sarzynski habe CD Projekt Red den Einstieg von Anfang an genau in dieser Form geplant.
Balance zwischen Bindung und Struktur
Ob die verfügbare Zeit ausreiche, um eine emotionale Bindung zu Jackie aufzubauen, sei laut Sarzynski subjektiv. Für einige Spieler funktioniere sie, für andere nicht. Insgesamt sieht er jedoch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Charakterbindung und erzählerischem Tempo.
Designentscheidung mit Blick auf Fortschritt
In weiteren Stellungnahmen erklärte Sarzynski, dass viele Spieler klare, messbare Ziele benötigen, um Fortschritt zu empfinden. Deshalb verfüge die Spielfigur V im ersten Akt bewusst über keine klassische Progression. Auch diese Entscheidung stehe im Zusammenhang mit der Struktur des Prologs.
FAQ
Igor Sarzynski, Creative Director von Cyberpunk 2.
Um die Frage, ob Cyberpunk 2077 mehr Zeit mit Jackie hätte bieten sollen.
Er sieht darin keinen erzählerischen Mehrwert.
Mehr Zeit mit Luke Skywalker als Farmer auf Tatooine.
Ja, laut Sarzynski war der Prolog von Anfang an so konzipiert.
Nein, entsprechende Spekulationen wies er zurück.
Um ein zielloses und unfokussiertes Spielerlebnis zu vermeiden.
Nein, laut Sarzynski gehört er nicht zur Kernhandlung.

