EU Parlament

Ein rumänischer Europaabgeordneter fordert eine koordinierte EU-Glücksspielsteuer zur Finanzierung von Bildung. Die geplante Abgabe soll Online-Glücksspiel- und Wettanbieter auf europäischer Ebene erfassen. Die Einnahmen sollen gezielt in Bildungsprogramme, Präventionsmaßnahmen und Jugendpolitik fließen.

Victor Negrescu, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Mitglied der Fraktion der Sozialisten und Demokraten, brachte den Vorschlag als Änderung zum Bericht über den zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union ein. Mehr als 20 Abgeordnete haben die Initiative mitunterzeichnet. Unterstützung kommt zudem aus der parlamentarischen Intergroup für Bildung.

EU-Glücksspielsteuer soll Milliarden für Bildung generieren

Negrescu argumentiert, dass es sich beim Online-Glücksspiel um eine digitale und grenzüberschreitende Branche handelt, die stark vom europäischen Binnenmarkt profitiere, jedoch bislang uneinheitlich reguliert und besteuert werde.

Die vorgeschlagene EU-Glücksspielsteuer soll eine „faire und realistische Alternative“ zur Bildungsfinanzierung darstellen. Ziel sei es, zusätzliche Mittel bereitzustellen, ohne Bürger direkt stärker zu belasten oder nationale Haushalte unter Druck zu setzen.

Nach Schätzung des Abgeordneten könnten jährlich zwischen 2 und 4 Milliarden Euro eingenommen werden. Über die Laufzeit des langfristigen EU-Haushalts wären damit Einnahmen von bis zu 28 Milliarden Euro möglich.

20 Prozent des EU-Budgets für Bildung und Qualifikation

Parallel zur Steuerinitiative fordert Negrescu, künftig 20 Prozent des langfristigen EU-Budgets für Bildung und Kompetenzentwicklung vorzusehen.

Neben Investitionen in Bildungsprogramme nennt der Vorschlag auch konkrete Handlungsfelder wie Prävention, Suchtbehandlung und psychische Gesundheit. Zudem sollen Maßnahmen gegen illegale Glücksspielplattformen verstärkt und der Verbraucherschutz ausgebaut werden, insbesondere im Hinblick auf Minderjährige.

Kritik an fragmentierten Regeln und Steuerverlagerung

Negrescu verweist darauf, dass das Fehlen eines einheitlichen europäischen Rahmens zu Wettbewerbsverzerrungen und Steuerverlagerung führe. Gewinne würden teilweise durch steuerliche Optimierung aus einzelnen Mitgliedstaaten abgezogen.

Eine koordinierte EU-Glücksspielsteuer könne nach seiner Einschätzung sowohl zusätzliche Einnahmen schaffen als auch strukturelle Probleme im Markt adressieren.

FAQ

Wer hat die EU-Glücksspielsteuer vorgeschlagen?

Victor Negrescu, Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

Was ist das Ziel der EU-Glücksspielsteuer?

Zusätzliche Einnahmen für Bildung, Prävention und Jugendpolitik.

Wie hoch könnten die Einnahmen ausfallen?

Zwischen 2 und 4 Milliarden Euro pro Jahr.

Wofür sollen die Mittel konkret verwendet werden?

Für Bildung, Kompetenzentwicklung, Suchtprävention und psychische Gesundheit.

In welchem Kontext wurde der Vorschlag eingebracht?

Als Änderung zum Bericht über den zukünftigen mehrjährigen EU-Finanzrahmen.

Matthias Friess

Matthias Friess

Matthias ist seit seiner Kindheit eng mit Videospielen verbunden. Seine ersten Erfahrungen sammelte er auf Klassikern wie dem NES und dem Super Nintendo. Die Begeisterung für Games ist geblieben und begleitet ihn bis heute. Inzwischen berichtet Matthias regelmäßig über alles, was in der Gaming-Welt wichtig ist. Neue Releases, Updates, Ankündigungen und Branchenthemen ordnet er verständlich…

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