
Das OLG Stuttgart Glücksspiel Urteil hat entschieden, dass deutsche Gerichte auch bei Spielteilnahmen im Ausland zuständig sein können. Demnach können deutsche Gerichte auch dann zuständig sein, wenn ein Spieler zeitweise aus dem Ausland an einem Online-Angebot teilgenommen hat.
Im konkreten Fall hatte ein in Deutschland lebender Spieler über eine deutschsprachige Plattform gespielt, die sich erkennbar an den deutschen Markt richtete. Ein Teil der Einsätze erfolgte während eines vorübergehenden Aufenthalts in Polen. Trotzdem bestätigte das Gericht die Zuständigkeit deutscher Gerichte.
Aufenthalt im Ausland spielt keine entscheidende Rolle
Nach Auffassung des Gerichts endet der Spielerschutz nicht an der Staatsgrenze. Wer ein in Deutschland eröffnetes Spielerkonto nutzt, bleibt denselben Risiken ausgesetzt – unabhängig davon, ob einzelne Einsätze während einer Reise oder eines Auslandsaufenthalts erfolgen.
Deshalb darf der rechtliche Schutz nicht davon abhängen, ob sich ein Spieler zum Zeitpunkt einzelner Spielhandlungen im Inland oder im Ausland aufhält.
Urteil knüpft an EuGH-Entscheidung an
Die Entscheidung des OLG Stuttgart steht im Zusammenhang mit einer aktuellen Entscheidung des Europäischen Gerichtshof. Der EuGH stellte Anfang 2026 klar, dass der Schaden aus Online-Glücksspielverlusten in der Regel am Wohnsitz des Spielers entsteht.
Damit kann sich ein Spieler grundsätzlich auf das Recht seines Heimatlandes berufen. Das OLG Stuttgart greift diese Linie auf und bestätigt, dass der Wohnsitz des Spielers ein zentraler Anknüpfungspunkt für die gerichtliche Zuständigkeit bleibt.
Bedeutung für laufende Verfahren
Die Entscheidung könnte für zahlreiche laufende und künftige Verfahren relevant sein. Bisher argumentierten Betreiber häufig, dass deutsche Gerichte nicht zuständig seien, wenn Spieler einzelne Einsätze im Ausland tätigten.
Nach der neuen Rechtsprechung dürfte jedoch stärker auf den Gesamtbezug zum deutschen Markt abgestellt werden. Dazu gehören beispielsweise:
- deutschsprachige Plattformen
- Angebote, die sich an deutsche Spieler richten
- Wohnsitz des Spielers in Deutschland
Damit stärkt das Urteil die Position vieler Betroffener in entsprechenden Verfahren.
FAQ
Deutsche Gerichte können auch zuständig sein, wenn Spieler zeitweise im Ausland an Online-Glücksspiel teilgenommen haben.
Viele Klagen wurden bisher abgewiesen, wenn einzelne Spielhandlungen im Ausland stattfanden.
Der EuGH entschied zuvor, dass der Schaden in der Regel am Wohnsitz des Spielers entsteht.
Betroffene könnten künftig bessere Chancen haben, Ansprüche vor deutschen Gerichten geltend zu machen.

