
Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht die Anno-Reihe für strategische Welten, die Spielerinnen und Spieler stundenlang fesseln. Mit Anno 117: Pax Romana wagt Ubisoft nun einen Sprung zurück in die Antike – und trifft damit einen Nerv. Die Erwartungen der Community waren enorm, schließlich gilt der Vorgänger Anno 1800 als eines der beliebtesten Spiele des Genres. Nun deutet sich an, dass Pax Romana nicht nur an diesem Erfolg anknüpfen kann, sondern in manchen Punkten sogar darüber hinausgeht.
„Was noch nicht ist, kann ja noch werden“: Ein Aufbauspiel mit Ambition
Schon kurz nach Ablauf des Review-Embargos füllten sich Metacritic und Co. mit positiven Besprechungen. Ein Metascore von 85 Punkten hebt Anno 117 über seinen gefeierten Vorgänger, der „nur“ auf 81 Punkte kam. Die deutsche Presse zeigt sich ähnlich euphorisch: Unsere eigene Redaktion vergab eine starke 8/10 und lobte insbesondere das frischere Stadtbild, die dynamischeren Systeme und die neue Spieltiefe – zeigte aber auch, dass „mehr Inhalte zum Start dem Spiel gutgetan hätten“.
Was Pax Romana so besonders macht, ist weniger die Neuerfindung des Genres als vielmehr die kluge Weiterentwicklung bekannter Mechaniken. Schräg angelegte Straßen sorgen für organischere Städte, Landarmeen erweitern das strategische Repertoire, und die Rückkehr der Fortschrittsbäume verleiht der Reihe eine Komplexität, die Veteranen lange vermisst haben. Diese Mischung aus Nostalgie und modernem Anspruch ist einer der Gründe, warum viele Tester den Schritt in die römische Welt als „mutig, aber sinnvoll“ bezeichneten.
Ein weiterer Faktor: Die drei geplanten Erweiterungen für das erste Jahr. Sie sollen neue Produktionsketten, zusätzliche Karten und frische Herausforderungen liefern. Ob diese DLCs Anno 117 langfristig Richtung Meisterwerk katapultieren, liegt nun an der Qualität der Inhalte – und am Feedback der Community, die traditionell sehr genau hinschaut.
„Fast ein Meisterwerk“: Wo Anno 117 glänzt – und wo noch Luft bleibt
Alles deutet darauf hin, dass Ubisoft mit Pax Romana einen weiteren Hit geschaffen hat. Doch selbst ein solider Metascore zeigt, dass das Spiel noch nicht auf seinem Zenit angekommen ist. Viele Kritiker bemerken, dass Anno 117 zwar stark und atmosphärisch wirkt, aber im Kern konservativ bleibt. Der nächste große Innovationssprung könnte erst mit den kommenden Updates erfolgen – ein Risiko, das moderne Live-Service-Aufbauspiele häufiger eingehen.
Spannend ist auch der Blick hinter die Kulissen: In einem Gamescom-Interview mit der Redaktion erklärte das Entwicklerteam, dass es ihnen „nicht darum geht, historische Perfektion zu erreichen, sondern Spaß an strategischen Entscheidungen zu erzeugen“. Diese Philosophie zieht sich spürbar durch das gesamte Spiel. Die römische Kulisse dient nicht als strenges Geschichtsgerüst, sondern als lebendige Bühne, in der Spielerinnen und Spieler ihre eigenen Imperien erschaffen.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet inzwischen eine umfangreiche Auswahl an Editionen – von der Standard-Version bis hin zu Premium-Paketen mit Year-1-Pass. Zudem veröffentlichte Ubisoft ausführliche Systemanforderungen für die PC-Version, damit die Community weiß, was auf sie zukommt.
Unterm Strich bleibt Anno 117: Pax Romana ein Titel, der außergewöhnlich viel richtig macht und gleichzeitig großes Wachstumspotenzial für die kommenden Monate besitzt. Vielleicht kein Meisterwerk – aber ein Spiel, das sehr nah dran ist.

