Wenn ein Blockbuster ins Straucheln gerät

Schon kurz nach Verkaufsstart lag ein dunkler Schatten über „Call of Duty: Black Ops 7“. Was eigentlich als opulentes Actionpaket beworben wurde, verwandelte sich innerhalb weniger Tage in ein Paradebeispiel dafür, wie schnell ein Hype implodieren kann. In sozialen Netzwerken tauchten plötzlich Screenshots von Calling Cards auf, deren Stil an jene überladenen, unsauber gerenderten Bilder erinnerte, die seit Monaten das Internet fluten. Viele Spieler erkannten sofort die typische Ästhetik jener Generatoren, die Hände mit zu vielen Fingern oder verschobenen Gesichtskonturen produzieren.

Interessant ist, dass Activision bereits in den vergangenen Jahren in den Fokus solcher Vorwürfe geraten war. Schon bei „Modern Warfare III“ und „Black Ops 6“ gab es Diskussionen rund um digital generierte Bildfragmente, die damals mit einem Schulterzucken abgetan wurden. Dieses Mal fielen jedoch Form und Fehler so deutlich ins Auge, dass die Community – anders als zuvor – geschlossen reagierte.

Die Kritik kippte schnell in Empörung. Nutzer berichteten von Calling Cards, die nicht nur generisch wirkten, sondern angeblich sogar bekannte Muster aus populären KI-Modellen aufwiesen. In Foren kursierten Vergleiche zu Studio-Ghibli-Imitationen, die vor einigen Monaten durch diverse Kreativtools generiert wurden. Der Tenor: „Das gehört nicht in ein AAA-Spiel.“

„Wie so viele auf der Welt…“ – Das Statement, das alles verschlimmerte

Erst nachdem Spieler zunehmend Rückerstattungen auf Steam verlangten – teils sogar nach vollständig beendeter Koop-Kampagne – reagierte Activision. In einer offiziellen Mitteilung erklärte der Publisher: „Wie so viele auf der Welt nutzen wir digitale Hilfsmittel, darunter auch KI, um unsere Teams zu unterstützen. Unser kreativer Prozess liegt weiterhin in den Händen unserer talentierten Mitarbeiter.“

Doch statt Ruhe brachte diese Erklärung nur neue Unruhe. Vielen ging die Formulierung zu weit, anderen nicht weit genug. Besonders der Hinweis auf einen weiterhin „menschlich geführten Prozess“ ließ Zweifel aufkommen, wie groß der KI-Anteil tatsächlich ist. Spieler fühlten sich überrumpelt, manche sogar getäuscht, da die fraglichen Assets in keiner Marketingphase erwähnt worden waren.

Der Rückhalt bröckelt weiter. In Communityposts ist die Rede von sinkendem Vertrauen in Großproduktionen, während manche hoffen, dass der Druck langfristig zu klareren Transparenzregeln in der Branche führt. Eines steht fest: „Black Ops 7“ wird nicht nur spielerisch, sondern auch kulturhistorisch in Erinnerung bleiben – als Beispiel für ein Spiel, das an mehr scheiterte als an Performanceproblemen.

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