„Es fühlte sich immer an wie ein blinder Fleck“ – Warum Fans plötzlich mehr erwarten

Seit die grell leuchtenden Neonbilder aus dem zweiten „GTA 6“-Trailer über die Bildschirme flimmerten, wirkt es, als wäre im Netz ein Schalter umgelegt worden. Die Euphorie ist groß, die Vorfreude gigantisch – schließlich erscheint das Spiel erst 2026, ganze 13 Jahre nach dem letzten Hauptteil. Doch mit der Rückkehr nach Vice City ist auch eine andere alte Frage wieder da. Sie lautet: Hat Rockstar endlich verstanden, was moderne Spieler wirklich bewegt?

Die Serie ist berühmt dafür, in ihrem Chaos aus Gewalt, Speed und zynischer Sozialkritik dennoch den Puls der Zeit zu treffen. Doch während sie haarscharf politische Themen sezierte, blieb ein Bereich notorisch unterentwickelt: die Darstellung queerer Menschen. Viele LGBTQ-Spieler lieben die Reihe für ihre Freiheit – und verzweifeln gleichzeitig an einer Welt, in der sexuelle Vielfalt oft nur als Punchline, Schockmoment oder Karikatur auftauchte.

Gerade deshalb wird der neue Trailer so aufmerksam seziert. Die weibliche Protagonistin Lucia gilt als Meilenstein, doch Fans fragen sich nun: Ist das nur Kosmetik oder der Anfang einer echten Neuausrichtung? Ein Posting auf X formulierte es so: „Rockstar hat uns 20 Jahre lang über uns lachen lassen. Jetzt wäre es Zeit, mit uns zu erzählen.“

„Die Vergangenheit hängt wie ein Schatten über Vice City“ – Was Rockstar dieses Mal besser machen muss

Dass diese Diskussion so heftig aufflammt, liegt auch am Erbe der Reihe. Kaum jemand hat vergessen, wie „The Ballad of Gay Tony“ zwar mit einem schillernden Clubbesitzer warb, aber kaum echte queere Perspektiven bot. Kritiker bezeichneten das Add-on damals als „den geradlinigsten Teil der gesamten Reihe“. Und selbst später, in „GTA V“, wirkte die Bisexualität von Trevor eher wie ein dramaturgischer Schockeffekt. Es sollte provozieren, nicht repräsentieren.

Noch problematischer waren Figuren wie „The Psycho“ in „Vice City“ – eine transfeindliche Karikatur, die bis heute Fremdscham und Fassungslosigkeit auslöst. Dazu kamen Trans-NPCs, die regelmäßig misgendert wurden, und stereotype Stripperinnen wie Peach, die bewusst als Spottfigur inszeniert waren. Für viele Fans war klar: Rockstar konnte Gesellschaft analysieren, aber nie queere Lebensrealität verstehen.

Deshalb steht nun so viel auf dem Spiel. Wenn „GTA 6“ wirklich modern sein will, muss es zeigen, dass Vielfalt kein Gimmick ist. Dass queere Menschen nicht nur als Kulisse existieren. Und dass Vice City 2026 mehr sein kann als ein glänzender Spielplatz mit nostalgischem Anstrich. Ein viel zitierter Kommentar bringt die Hoffnung auf den Punkt: „Wir wollen nicht ein queeres GTA. Wir wollen nur ein GTA, das uns nicht ausschließt.“

Genau daran wird sich Rockstar diesmal messen lassen. Und die Frage bleibt brisant:
Ist die Welt von „GTA 6“ bereit für Paradefahnen – oder fürchtet sich Rockstar noch immer vor dem Regenbogen?

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