Assassin’s Creed gehört zu jenen Reihen, die über Jahre hinweg ein beinahe festes DLC-Muster gepflegt haben: zwei große Story-Erweiterungen pro Hauptspiel, meist klar strukturiert und früh angekündigt. Mit Shadows, dem heiß erwarteten Samurai-Ableger, schien Ubisoft diese Strategie zunächst fortzusetzen. Doch nun überrascht das Studio mit einem deutlichen Kurswechsel.

In einem Gespräch mit dem YouTuber JorRaptor verriet Associate Game Director Simon Lemay-Comtois, dass Ubisoft nach der Veröffentlichung des DLC „Die Klauen von Awaji“ keine zweite große Erweiterung mehr in Planung hat. Die Aussage sorgt für Diskussion, denn sie stellt eine ungewöhnliche Abweichung von Ubisofts gewohnter Release-Politik dar.

Was bedeutet das für die Zukunft von Shadows – und vielleicht sogar für das gesamte Franchise? Der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass Ubisoft offenbar mehr verändert als nur den DLC-Fahrplan.


„Ein einziger DLC – und dann?“ Die überraschende Wende

„Das wird die einzige große Erweiterung bleiben“ – ein Satz mit Sprengkraft

Der rund zehnstündige DLC Die Klauen von Awaji sollte ursprünglich nur der Auftakt sein. Stattdessen wird er nun wohl die einzige vollwertige Erweiterung bleiben. Lemay-Comtois formuliert es im Interview klar: Man habe beim zweiten Jahr von Shadows andere Prioritäten.

Die Gründe wirken pragmatisch, zeigen aber auch eine strategische Neuausrichtung. In den vergangenen Monaten reagierte Ubisoft häufig mit kleineren Hotfix-Updates auf Community-Feedback. Künftig wolle man jedoch „Inhalte bündeln“, statt ständig auf neue Baustellen zu reagieren. Damit verabschiedet sich Ubisoft zumindest teilweise von der schnellen Update-Taktik, die viele frühere AC-Teile geprägt hat.

Warum Ubisoft auf größere, seltenere Updates setzt

Statt vieler kleiner Patches plant das Studio nun „dickere Updates“, die mehrere Features gleichzeitig enthalten sollen. Dazu zählen neue Mechaniken, zusätzliche Missionen – Lemay-Comtois spricht von „Story-Drops“ – sowie potenzielle Crossover-Events, ähnlich der kürzlich eingeführten Attack on Titan-Aktion.

Ziel sei es, Spieler nicht durch ständige Mini-Fixes ans Spiel zu binden, sondern durch echte inhaltliche Impulse regelmäßig zurückzuholen. Der Ansatz ähnelt dem saisonalen Modell vieler Live-Service-Titel, auch wenn Ubisoft Shadows offiziell nicht als solches positioniert.


Wohin führt dieser Kurs? Chancen, Spekulationen und offene Fragen

Mögliche Hintergründe: neue Deals, neue Prioritäten

Ob der Strategiewechsel mit Ubisofts Kooperation mit Saudi-Arabien zusammenhängt, bleibt offen. Offiziell kommentierte man diesen Punkt nicht. Branchenbeobachter spekulieren jedoch, dass Ressourcenverteilung und langfristige Planung nach dem Deal neu bewertet wurden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Ubisoft nachträglich die Roadmap anpasst: Auch Mirage erhielt überraschend erst im Nachhinein einen zusätzlichen DLC. Deshalb gilt: Ein späteres Umdenken ist nicht ausgeschlossen – nur eben aktuell nicht angekündigt.

Was bedeutet das für die Fans?

Für Spieler könnte dieser Kurs sowohl Vorteile als auch Nachteile bringen. Einerseits entfällt eine große zweite Story-Erweiterung, die viele erwartet hatten. Andererseits deuten die geplanten Update-Pakete darauf hin, dass Ubisoft intensiver an neuen Quests, Mechaniken und Kooperationen arbeitet, die das Spiel langfristig frisch halten sollen.

Unklar bleibt, ob sämtliche Updates 2026 kostenlos sein werden. Lemay-Comtois ließ diese Frage unbeantwortet – was bereits jetzt Raum für Diskussionen bietet. Fest steht jedoch: Assassin’s Creed Shadows wird kein klassisches Post-Launch-Jahr erleben, sondern einen experimentelleren Weg einschlagen.

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