
Lange Zeit galt es als unvorstellbar, doch inzwischen hat sich der Wandel vollzogen: Exklusive PlayStation-Spiele finden auf Steam ein eigenes, riesiges Publikum. Analysten bescheinigen Sony inzwischen mehr als 1,2 Milliarden Dollar Umsatz, der direkt aus dem PC-Markt stammt. Für ein Unternehmen, das jahrzehntelang auf Konsole pur setzte, ist das ein Wendepunkt – einer, der nicht nur finanziell beeindruckt, sondern die strategische Zukunft der Marke prägt.
„Es ist auf jeden Fall nicht wenig Geld“ – Die Milliardenoffensive von Sony
Schon der reine Umsatz ist bemerkenswert: Über 1,5 Milliarden Dollar Gesamtumsatz, davon rund 1,2 Milliarden direkt für Sony, nachdem Steams Gebühren eingerechnet wurden. Die Plattform kassiert, wie üblich, ihren Anteil – zunächst 30 Prozent, später 25 oder sogar nur 20 Prozent, sobald bestimmte Umsatzschwellen überschritten werden. Doch am Ende bleibt trotzdem ein gewaltiger Betrag übrig, der Sony belegt: Der PC lohnt sich.
Besonders beeindruckend ist die Rangliste der erfolgreichsten PlayStation-Titel auf Steam. „Helldivers 2“ führt mit etwa 12,7 Millionen verkauften Einheiten, ein beispielloser Erfolg, der das Spiel zum PC-Bestseller unter Sonys First-Party-Titeln macht. Dahinter reihen sich Hits wie „Horizon Zero Dawn“, „God of War“ und „Spider-Man Remastered“ ein – alles Marken, die eigentlich als reine Konsolenpfeiler starteten.
Für Sony wird damit klar: Die Investitionen in hochwertige Portierungen haben sich amortisiert. Und zwar nicht knapp. Die Spekulationen der letzten Monate, Sony könnte seine PC-Offensive wieder zurückfahren, wirken angesichts dieser Zahlen zunehmend unrealistisch.
„Die Zielgruppe ist größtenteils zufrieden“ – Warum der Boom trotzdem abflacht
Doch Analyst Rhys Elliot von Alinea Analytics bremst ein wenig die Euphorie. „Die Zielgruppe, die einst begeistert war, diese Spiele zum ersten Mal zu erleben, ist größtenteils zufrieden.“ Das bedeutet: Der erste große Hype rund um PlayStation-Hits auf dem PC lässt nach. Neue Veröffentlichungen erreichen zwar weiterhin solide Zahlen, doch die Dynamik der frühen Erfolgsgeschichten wiederholt sich nicht mehr.
Ein Beispiel: Das 2018er „God of War“ verkaufte sich innerhalb der ersten 427 Tage 2,5-mal besser als sein Nachfolger „Ragnarök“ in der gleichen Zeitspanne. Ähnlich verhält es sich bei „Spider-Man“ und „Spider-Man 2“. Hier erreichte der erste Teil in den ersten 294 Tagen doppelt so viele Verkäufe wie die Fortsetzung.
Diese Entwicklung zeigt, dass PC-Spieler zwar bereit sind, große PS-Hits nachträglich zu kaufen – aber nicht in gleichem Maß, wenn es um Fortsetzungen geht. Für Sony bedeutet das: Der PC bleibt profitabel, aber die Erwartungen müssen neu justiert werden.

