Alec Holowka

Sexismus, Mißbrauch und toxisches Verhalten sind in der Videospielindustrie schon lange ein Problem. Doch gerade gehen immer mehr betroffene Frauen damit an die Öffentlichkeit und zeichnen ein schockierendes Bild. Angefangen hat es mit der Offenbarung der Designerin Nathalie Lawhead, die den bekannten Komponisten Jeremy Soule (Elder Scrolls, Guild Wars, Warhammer 40k uvm.) beschuldigt, sie in einer perkären Situation ausgenutzt und vergewaltigt zu haben.

Ihre Veröffentlichung Anfang der Woche (wir berichteten), glich einem Stein, den man in einen Teich wirft. Die Wellen ziehen immer größere Kreise und immer mehr Betroffene melden sich zu Wort um bekannte Männer aus der Videospielindustrie des sexuellen Übergriffes zu beschuldigen.

Alec Holowka

Direkt nach Lawheads Offenbarung fand Zoe Quinn, Entwicklerin von Spielen wie Depression Quest, Autor von Crash Override und Dreh- und Angelpunkt der frauenfeindlichen Gamergate-Bewegung, den Mut, um auf Twitter einen erschütternden Bericht über angeblichen Missbrauch durch den Indie-Entwickler Alec Holowka (Aquaria, Night in the Woods) zu posten.

„Ich habe fast während meiner gesamten Karriere darüber geschwiegen und ich kann es nicht mehr tun“, schrieb Quinn. Der Beitrag enthält verstörende Details, z.B. daß Quinn sich in einem Badezimmer verstecken musste, um einem Angriff zu entgehen.

In einer Erklärung auf Twitter schrieb Scott Benson, der in Night in the Woods mit Holowka zusammengearbeitet hatte: „Wir glauben, dass Zoes Bericht über Alecs Handlungen wahr ist. Wir sind sehr traurig und sehr wütend.“

Mittlerweile hat Scott Benson reagiert und auf Twitter angekündigt, daß Alec Holowkas Mitarbeit bei Night in the Woods aufgekündigt wurde.

„Wir haben in den letzten Tagen viele E-Mails und Nachrichten erhalten, die oft sehr verletzt und wütend sind. So fühlen wir uns auch. Das war sehr, sehr schwierig.“

„Was dies für Night in the Woods für die Zukunft bedeutet, müssen wir herausfinden. Diese Dinge brauchen Zeit, mindestens ein paar Tage.“

Scott Benson

Wenig später gab der Towerfall-Entwickler Matt Thorson bekannt, dass er von den Vorfällen zwar schockiert, aber keineswegs überascht sei.

Luc Shelton

Ein weiterer Vorfall wurde von Indie-Entwicklerin Adelaide Gardner in einem langen Twitter-Thread ans Licht gebracht. Darin beschuldigt sie Luc Shelton, einen Programmierer im britischen Studio Splash Damage, des anhaltenden psychischen und physischen Missbrauchs.

„Es sind zwei Jahre vergangen und ab und zu wird mir klar, dass ich immer noch Angst vor ihm habe. Er ist ein Land entfernt und ich werde ihn nie wiedersehen und er hat keine Möglichkeit, mich zu kontaktieren. Aber ich habe genauso viel Angst vor ihm wie an dem Tag, als ich seine Wohnung zum letzten Mal verlassen habe.“

Adelaide Gardner

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, daß derlei Mißbrauchsfälle ans Licht kommen. Weitere Betroffene, wie Mina Vanir oder Insomniac Games-Autorin Mary Kenney versuchen, auf Twitter weiteren Opfern den Mut zu geben, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Es ist die schiere Anzahl von Fällen, die zur Zeit öffentlich werden, die erschrickt. Wir können nur hoffen, daß in dieser Branche, in der Sexismus, Missbrauch und toxisches Verhalten systemisch offenbar werden, endlich ein Umdenken stattfindet, die Täter bestraft werden und den Opfern geholfen wird.

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