In der Games-Branche sind kreative Konflikte nichts Neues. Doch was sich rund um „Subnautica 2“ abspielt, hat eine Schärfe erreicht, die selbst erfahrene Branchenbeobachter überrascht. Aus einem vielversprechenden Unterwasser-Sequel wurde innerhalb weniger Monate ein handfester Streit zwischen Entwicklerstudio und Publisher – inklusive Entlassungen, Verschiebungen, öffentlicher Vorwürfe und nun sogar mutmaßlicher KI-Anfragen des Krafton-Chefs. Die nun veröffentlichten Dokumente werfen ein neues Licht auf die Frage, was hinter den Kulissen wirklich passiert sein könnte.

„Dieser Earnout darf nicht passieren“ – Wie alles eskalierte

Bevor der Konflikt offen ausbrach, schien „Subnautica 2“ auf Kurs für den Early Access. Kurz darauf verschob Krafton das Projekt jedoch auf 2026 und ersetzte zentrale Mitglieder des Unknown-Worlds-Teams – darunter Gründer Charlie Cleveland. Krafton beteuerte damals, die Verzögerung hänge ausschließlich mit Playtest-Feedback zusammen, nicht mit internen Boni für das Team.

Doch Clevelands spätere Stellungnahme auf Reddit zeichnete ein völlig anderes Bild. Er sprach von einem „ziemlichen Schock“, betonte, das Spiel sei bereit gewesen, und kündigte juristische Schritte an, nachdem Krafton die entlassenen Leiter öffentlich kritisiert hatte. Branchenmagazine wie GameDeveloper veröffentlichten anschließend Dokumente, die die Geschichte noch weiter verschärfen.

Laut diesen Unterlagen soll Krafton-CEO Changham Kim intern geäußert haben, eine Auszahlung der vereinbarten Earnout-Boni könne ihm „den Ruf eines Schwächlings“ eintragen. Genau dort setzte der Konflikt offenbar seinen Wendepunkt.

„Gibt es nicht irgendeinen Weg?“ – Die angebliche KI-Frage des CEOs

Der brisanteste Vorwurf: Kim soll laut Dokument sogar eine KI gefragt haben, wie sich eine Bonuszahlung an Unknown Worlds vermeiden ließe. In Slack-Nachrichten, die im Schriftsatz enthalten sind, diskutieren Kim und der neue CFO Richard Yoon zudem, ob eine komplette Übernahme „einfacher“ sein könnte, um die Verpflichtungen zu umgehen. Yoon schrieb wörtlich: „Es könnte einfacher sein, einfach zu übernehmen …“

Diese Behauptungen sind Teil der Klage der ehemaligen Studiochefs. Krafton selbst weist alle Anschuldigungen zurück und betont, man freue sich darauf, die Vorwürfe vor Gericht zu entkräften.

Wie es weitergeht, entscheidet nun ein Richter – doch eines ist schon jetzt klar: Der Streit um „Subnautica 2“ ist längst größer als das Spiel selbst.

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