
Seit Jahrzehnten war die Spieleindustrie stark von Konsolen geprägt – geschlossene Systeme mit klar definiertem Ökosystem. Doch laut Take-Two-Chef Strauss Zelnick könnte sich das Blatt endlich wenden: In einem Gespräch mit CNBC prognostizierte er, dass „offene Plattformen“ zunehmend dominieren. Für ihn ist klar: Die Branche bewegt sich mehr denn je in Richtung PC-Gaming.
Zelnick betont dabei jedoch, dass das klassische Konsolen-Konzept nicht aussterben wird. Er sagt: „Die Vorstellung eines sehr umfangreichen Spiels, in das man sich viele Stunden auf einem großen Bildschirm vertieft, wird niemals verschwinden.“ Damit bleibt er realistisch, sieht die Konsolen aber mehr als ein Produkt unter vielen – nicht mehr als das alleinige Zentrum der Spielewelt.
Offen statt geschlossen“ – Zelnicks große Wette auf den PC
Nach Ansicht von Zelnick ist der Aufstieg des PCs nicht nur eine temporäre Modeerscheinung, sondern ein strategischer Wandel. Die Begründung: Offene Plattformen erlauben den Zugang zu mehreren Stores – Steam, Epic, Ubisoft & Co. – und brechen damit das Modell der ausschließlich konzolenbasierten Ökosysteme auf. In seinem Interview mit CNBC sagt er: „Die Branche tendiert eher zu offenen als zu geschlossenen Systemen.“
Diese Perspektive passt zu aktuellen Entwicklungen: Mit dem ROG Xbox Ally und dem leistungsstärkeren Ally X bringen Microsoft und ASUS ab dem 16. Oktober 2025 Handheld-PCs auf den Markt, die Windows 11 verwenden und mehrere Storefronts unterstützen.¹ Diese Geräte sind keine klassischen Xbox-Konsolen, sondern echte PC-Handhelds – ein klares Statement in Richtung Offenheit.
Zelnick sieht darin nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Veränderung: Spieler wollen nicht mehr eingeschränkt werden. Die Freiheit, Spiele von verschiedenen Plattformen zu nutzen, wird laut ihm zu einem der wichtigsten Treiber in der nächsten Gaming-Ära.
Warum ein PC-Handheld die Strategie untermauert
Der neue ROG Xbox Ally ist ein gutes Beispiel für Zelnicks These in der Praxis: ASUS und Microsoft haben gemeinsam ein Handheld entwickelt, das Windows-Spiele abspielt und gleichzeitig eine optimierte Xbox-ähnliche Oberfläche verwendet. Dieser Ansatz unterstreicht die Idee eines offenen Ökosystems, das Konsolen- und PC-Welt miteinander verbindet – ganz ohne klassische Konsolenbeschränkungen.
Wichtig dabei: Laut Microsoft und ASUS bleibt der Zugang zu verschiedenen Stores erhalten. Spiele aus Steam, Game Pass, Epic oder anderen Plattformen laufen auf den Ally-Geräten, wodurch der Griff zu geschlossenen Systemen immer weniger attraktiv wird. Zudem bringt das neue „Handheld-Kompatibilitätsprogramm“ klare Labels, die zeigen, welche Titel besonders gut auf den Geräten laufen.
Manche Beobachter sehen diesen Trend als Reaktion auf frühere Versuche wie die Steam Machine und das wachsende Interesse an portablen PC-Lösungen.² Für Zelnick ist das ein logischer Schritt in eine Zukunft, in der der PC nicht nur ein Teil des Ökosystems ist – sondern möglicherweise das Rückgrat.

