
Kurz vor dem weltweiten Launch von Call of Duty: Black Ops 7 glühen die Communities – und mit ihnen ein skurriler, aber liebgewonnener Brauch. Während der Shooter offiziell erst am 14. November freigeschaltet wird, formiert sich wie jedes Jahr der digitale Zug der Ungeduldigen. Sie alle verbindet derselbe Gedanke: Warum warten, wenn Neuseeland schon wach ist?
Diese alljährliche Wanderbewegung ist längst ein Stück Gaming-Folklore geworden. Spielerinnen und Spieler wechseln ihre Konsolenregion in den Einstellungen, legen eine virtuelle Zwischenlandung im Pazifik ein und starten Stunden vor dem Rest der Welt in den neuen Black-Ops-Ableger. Was einst ein Trick war, ist heute eine Mischung aus Meme, Ritual und kollektiver Vorfreude – und die Community feiert jeden einzelnen „Abflug“.
„Wie Zugvögel, nur anders“: Ein Ritual wird zur Tradition
Die Idee dahinter wirkt verblüffend einfach: Spiele werden weltweit nicht gleichzeitig freigeschaltet, sondern nach lokaler Zeitzone. Neuseeland ist meist zuerst dran – und wer seine Konsole auf die Inselregion umstellt, gleitet legal in den frühesten Release-Fenster hinein. Ein Handgriff, ein Neustart, und plötzlich liegt die Zukunft wenige Klicks entfernt.
Diese Praxis ist nicht neu, aber sie wächst jedes Jahr weiter. Auf Reddit, Discord und anderen Treffpunkten für FPS-Fans wird der Launch inzwischen wie ein humorvolles Schaulaufen dokumentiert. Spieler schmücken ihre Posts mit Sätzen wie „Bin jetzt auf dem Weg zum Flughafen …“ – ein Zitat, das in der Community fast schon ikonisch geworden ist. Manche tun sogar so, als würden sie einen Kurzurlaub planen, nur um am „Zielort“ sofort ins Spiel zu springen.
Auch die Entwickler scheinen den Brauch kommentarlos zu tolerieren. Solange niemand versucht, vor dem tatsächlichen neuseeländischen Startschuss zu spielen, drohen keine Konsequenzen. Die Region zu wechseln bleibt damit eine kuriose, aber seit Jahren geduldete Grauzone – eine, die Fans mit viel Humor ausfüllen.
Die Jagd nach den ersten Stunden: Warum Spieler dieses Ritual lieben
Doch was treibt eine Community eigentlich dazu, jedes Jahr aufs Neue digital auszuwandern? Zum einen natürlich die pure Vorfreude: Black Ops zählt zu den langlebigsten Marken des modernen Gamings, und jeder neue Teil ist ein Ereignis. Wer früher spielt, kann früher diskutieren, Clips teilen oder über die ersten Story-Twists staunen.
Zum anderen ist die Neuseeland-Migration längst ein soziales Erlebnis geworden. Sie schafft ein Gefühl des Zusammenhalts – eine humorvolle Art, den Launch zu feiern. Viele Fans verbinden damit das Gefühl, Teil eines großen, wiederkehrenden Moments zu sein. Und mit Black Ops 7, das dank Treyarch und Activision erneut als Multiplayer-Großereignis gehandelt wird, wächst auch der Wunsch, die ersten Schritte so früh wie möglich zu setzen.
Ob man es nun als cleveren Trick, als Running-Gag oder als digitale Pilgerreise betrachtet – das „Neuseeland-Phänomen“ zeigt vor allem eines: Kaum irgendwo wird Vorfreude so aktiv gelebt wie in der Welt von Call of Duty. Und pünktlich zum Release werden wieder Tausende Geräte auf derselben Insel stehen – zumindest virtuell.

