
ine Branche im Ausnahmezustand
Noch vor wenigen Jahren konnte man hoffen, dass sich der GPU-Markt nach der Pandemie und dem Mining-Hype stabilisiert. Doch die Realität sieht 2025 düster aus. Wieder steigen Preise, wieder herrscht Unsicherheit und wieder machen Schlagzeilen die Runde, die selbst Hardware-Veteranen nervös werden lassen. Grund dafür ist eine neue Speicherknappheit, die sich durch Lieferengpässe, steigende Produktionskosten und hohe Nachfrage gleichzeitig verschärft.
Während Analysten bereits seit Monaten warnen, wirkt es nun so, als sei ein Punkt erreicht, an dem selbst die Hersteller nicht mehr beschwichtigen möchten. Bemerkenswert ist daher, wer sich jetzt zu Wort meldet: PowerColor. Das US-Unternehmen, bekannt für seine Radeon-Modelle, bricht das Schweigen und spricht erstmals offen aus, was sich lange angedeutet hat.
Der Weckruf kam ausgerechnet über einen unscheinbaren Reddit-Post im firmeneigenen Subreddit. Dort schrieb ein Mitarbeiter: „Wartet, bis am Sonntag alle Rabatte eintreffen. Kauft vor der letzten Woche im Jahr, bevor die Preise nach oben gehen“. Diese klare Ansage machte sofort die Runde und ließ den ohnehin angespannten Markt endgültig aufhorchen.
Warum 2026 ein teures Jahr für PC-Spieler werden könnte
Der Post klingt nach klassischem Marketing, doch die Branche sieht das anders. Dass ein Hersteller öffentlich davor warnt, seine eigenen Produkte könnten bald teurer werden, deutet auf erheblichen Druck hin. Besonders betroffen sein sollen, laut PowerColor, die Radeon-Modelle, die direkt von hohen Speicherpreisen abhängig sind. GDDR6- und GDDR6X-Modulhersteller haben bereits signalisiert, dass die Produktionskosten im kommenden Jahr steigen könnten.
Preisvergleichsportale bestätigen indirekt diese Entwicklung. Viele Grafikkarten, die im Herbst noch Rekord-Tiefpreise erreichten, ziehen seit einigen Tagen wieder leicht an. Ob der Black Friday tatsächlich niedrigere Preise liefern wird, bleibt fraglich. Bisher sieht es eher nach einem kurzen Rabattfenster aus, bevor die Welle Richtung 2026 kippt.
Interessant ist vor allem der zweite Teil der PowerColor-Botschaft. Die Aufforderung, noch vor Jahresende zuzuschlagen, passt zu den Prognosen unabhängiger Marktbeobachter. Sollte die Speicherknappheit anhalten, könnten die Preise Anfang 2026 deutlich steigen. Dass Hersteller bereits jetzt klare Kaufempfehlungen aussprechen, zeigt, wie sicher sie sich dieser Entwicklung sind. Wer also ohnehin über ein Upgrade nachdenkt, dürfte dieses Jahr vielleicht zum letzten Mal echte Schnäppchen finden.

