
„Ein Film nimmt sich mehr als nur Inspiration – und das fällt sofort auf“
Actionspiele hinterlassen seit Jahren Spuren in der Filmwelt, doch selten ist der Einfluss so sichtbar wie jetzt. Die God-of-War-Reihe, spätestens seit dem Reboot 2018 eines der eindrucksvollsten Action-Adventures, setzt Maßstäbe bei Wucht, Inszenierung und Kameraführung. Wer einmal Kratos’ Kämpfe erlebt hat, weiß, wie sehr jede Bewegung knallt. Das gilt besonders für den legendären Schlagabtausch mit Baldur, bei dem ein Baumstamm zur Waffe wird und Feuerattacken nur kurz die Dramatik dämpfen.
Genau diese ikonische Szene taucht mittlerweile an einem völlig unerwarteten Ort wieder auf: im indischen Fantasy-Actionfilm „Mahavatar Narsimha“, der vergangenen Sommer veröffentlicht wurde und inzwischen auch auf Netflix zu finden ist. Ein Clip, der auf Twitter die Runde macht, zeigt frappierende Parallelen. Dass die nordische Mythologie des Spiels mit der hinduistisch geprägten Geschichte des Films so viel gemein hat wie ein Goomba mit einem Chaosgott, macht den Vergleich nur noch überraschender.
Besonders deutlich wird es in dem Zusammenschnitt eines Nutzers, der die Kameraeinstellungen von Spiel und Film nebeneinanderstellt. „Das kann doch kein Zufall sein“, kommentiert er trocken – und das Netz stimmt ihm weitgehend zu.
„Es ist eine Hommage, kein Raubzug – Fans sehen das Ganze gelassener“
Erstaunlich ist allerdings, wie entspannt viele Zuschauer reagieren. Statt eines Aufschreis dominieren Kommentare, die die Szene als Tribut an God of War interpretieren. Immer wieder liest man Sätze wie: „Solche Anleihen zeigen doch nur, wie groß der Einfluss des Spiels ist.“ Dieses Zitat beschreibt gut, warum sich kaum jemand über den offensichtlichen Stiltransfer empört.
Einige Nutzer ziehen sogar weitere Vergleiche, etwa zu „The Incredible Hulk“ aus dem Jahr 2008, dessen brachiale Prügelszenen ebenfalls im Clip gegenübergestellt werden. Was zuerst wie ein schamloses Kopieren wirkt, entwickelt sich so eher zu einer kleinen Reise durch popkulturelle Bezüge. Inspiration, so der Tenor, ist Teil jeder Kunstform. Die bewusst gesetzten Parallelen könnten daher weniger als Diebstahl, sondern vielmehr als Respektsbekundung gelesen werden.
Am Ende bleibt vor allem eines: ein kurioser Moment, der zeigt, wie weit Reichweite und Einfluss eines Videospiels reichen können – sogar bis in die Traumfabrik Bollywood.

