
Wenn im Gaming-Kosmos von großen Plänen die Rede ist, fällt ein Name fast immer sofort: CD Projekt Red. Ein Studio, das sowohl gigantische Erfolge als auch tiefe Krisen erlebt hat – und daraus eine fast schon legendäre Widerstandskraft entwickelt hat. Während die Branche derzeit unter Sparrunden und Projektstreichungen ächzt, gehen die Polen einen überraschenden Gegenentwurf.
Der aktuelle Geschäftsbericht zum dritten Quartal 2025 zeigt nicht nur wachsende Einnahmen, sondern auch etwas anderes: CD Projekt Red rüstet auf – und zwar auffällig entschlossen. Das betrifft sowohl „The Witcher 4“ als auch „Cyberpunk 2“, zwei Titel, die schon jetzt die Fantasie der Community entfesseln. Doch hinter den Zahlen steckt mehr als reine Statistik. Es ist ein Blick in die Zukunft eines Studios, das seine nächsten Welten mit Rekordtempo vorbereitet.
„Cyberpunk verkauft wie verrückt – und plötzlich geht alles schneller“
„118 Prozent – und kein Ende in Sicht?“
Wer gedacht hätte, dass der Hype um „Cyberpunk 2077“ längst abgeklungen ist, liegt spektakulär falsch. Laut Quartalsbericht verkaufte sich das Spiel samt Erweiterung „Phantom Liberty“ 118 Prozent häufiger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Eine Steigerung, die selbst Branchenanalysten überrascht.
Viele ordnen diesen Boost der Switch-2-Version zu, die seit Release ein neuer Verkaufsmotor geworden ist. Insgesamt stiegen die Erlöse des Konzerns auf 349 Millionen PLN brutto, ein Plus von 53 Prozent. Ein Signal, das im Unternehmen offenbar einen Dominoeffekt ausgelöst hat.
Denn parallel wächst das Team hinter dem nächsten Kapitel der Marke rasant: Cyberpunk 2 springt von 116 auf 135 Entwickler – und das soll nur der Anfang sein. CD Projekt Red kündigte an, die Mannschaft in den kommenden zwei Jahren auf rund 300 Leute zu verdoppeln. Der Tonfall der Präsentation war eindeutig: „Wir wollen größer, schneller und ambitionierter werden.“
Kapitel 2: „Witcher 4 bleibt Kronjuwel – aber Cyberpunk zieht davon“
In der internen Prioritätenliste bleibt „The Witcher 4“ das Königsspiel des Studios. Nirgendwo arbeiten mehr Menschen daran: 447 Entwickler, verteilt auf Warschau, Boston und Vancouver. Und dennoch lässt ein Detail aufhorchen.
Während beim Witcher-Team nur drei neue Stellen hinzukamen, wuchs Cyberpunk 2 um fast 20 Köpfe. Auch Nebenprojekte wie Projekt Sirius und Projekt Hadar legen zu – kleine, aber deutliche Schritte, die zeigen: CD Projekt Red plant langfristig und in mehreren Sparten gleichzeitig.
Der Konzern steigert seine Gesamtbelegschaft in nur drei Monaten um 6,51 Prozent, auf nun 851 Mitarbeiter. Eine Zahl, die symbolisiert, welchen Weg die Polen einschlagen: weg von punktuellem Erfolg, hin zu echter Blockbuster-Pipeline.
Und die Botschaft an potenzielle neue Entwickler? Sie schwingt zwischen den Zeilen mit – und wurde am Ende der Präsentation halb scherzhaft ausgesprochen: „Also… macht eure Bewerbungen schon mal fertig.“

