Ein Jahr, das die Regeln bricht – und ein kleiner Titel ganz groß wird

Jedes Jahr fiebert die Gaming-Welt auf jenen Moment hin, in dem The Game Awards ihre Nominierten enthüllen. Was in den vergangenen Jahren oft vorhersehbar wirkte, bekommt 2025 eine ganz neue Dynamik. Die Atmosphäre rund um die Show, die am 11. Dezember stattfindet, erinnert an die frühen Zeiten: Aufregung, Überraschungen und ein Hauch von Revolution.

Der Grund dafür ist ein Spiel, das man in dieser Form kaum erwartet hätte. Während große Blockbuster wie „Death Stranding 2: On the Beach“ oder „Kingdom Come: Deliverance II“ fest in der Liste verankert sind, mischt sich ein Titel darunter, der etwas ausgelöst hat. Ein French-Indie-Projekt stellt die Branche auf den Kopf – und macht deutlich, dass Kreativität und Mut im Jahr 2025 stärker belohnt werden als pure Größe.

Im Mittelpunkt steht der Game-of-the-Year-Titel, für den diesmal sechs völlig unterschiedliche Spiele nominiert wurden. Neben bekannten Reihen wie „Donkey Kong Bananza“ oder „Hades II“ finden sich dort aber auch Werke, die bisher eher in Entwicklerforen als auf großen Bühnen diskutiert wurden.

„Ein Rekord, der niemanden kalt lässt“ – Expedition 33 dominiert die Show

Die vielleicht größte Überraschung stammt von einem Studio, das bisher kaum jemand auf der Liste der großen Award-Gewinner hatte. „Clair Obscur: Expedition 33“ ist nicht nur für den wichtigsten Preis nominiert, sondern bricht gleich einen Rekord: Ganze zwölf Nominierungen erhält das französische Indie-RPG – mehr als jedes Spiel zuvor in der Geschichte der Game Awards.

Auf Twitter/X verkündete die Award-Show selbst, dass Expedition 33 damit offiziell zum meistnominierten Titel aller Zeiten wird. Besonders auffällig ist die dreifache Platzierung in der Kategorie „Best Performance“. Mit Ben Starr, Charlie Cox und Jennifer English stammen gleich drei Darsteller aus demselben Projekt, ein Novum, das die starke erzählerische Ausrichtung des Spiels unterstreicht.

Aber auch andere Titel bleiben nicht unsichtbar. „Death Stranding 2“ und „Ghost of Yotei“ folgen mit jeweils sieben Nominierungen – beide ebenfalls Favoriten, aber längst nicht mehr die einzigen Hoffnungsträger. Auffällig ist zudem, dass die Hälfte der GOTY-Liste von unabhängigen Studios stammt. Das zeigt, wie sehr sich die Industrie weiter öffnet für kreative Experimente, ungewöhnliche Erzählungen und neue Talente.

Indie dominiert – und setzt ein Signal für 2026

Zum ersten Mal seit vielen Jahren entsteht das Gefühl, dass die Game Awards nicht nur feiern, was bereits groß ist, sondern aktiv neue Wege im Gaming würdigen. Ob „Blue Prince“, „Megabonk“ oder „Dispatch“ – auch im Bereich der Debüt-Indies stehen aufregende Ideen im Rampenlicht.

2025 könnte daher als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem Indie-Produktionen nicht länger der mutige Außenseiter waren, sondern das Herz der Show. Und wenn Expedition 33 die Bühne betritt, wird deutlich: Große Emotionen und große Visionen brauchen kein Millionenbudget – nur den Mut, etwas wirklich Neues zu wagen.

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