Heute werfen wir einen Blick in die Kristallkugel und schauen, was sich alles nach dem Kauf von Activision durch Microsoft ändern könnte. Welche Spiele sind bald vielleicht im Xbox Game Pass enthalten? Wie viele zusätzliche Spieler wird der Abo-Dienst mit mittlerweile 25 Millionen aktiven Usern in Zukunft verzeichnen können? Wird das MMORPG World of Warcraft billiger oder sogar Free-to-play? Wird die Call of Duty Marke in Zukunft noch exklusiver? Keiner weiß es, doch macht es Spaß den Gedanken freien Lauf zu lassen und ein bisschen zu spekulieren, wie sich die großen Activision Titel in den nächsten Jahren unter der Schirmherrschaft von Microsoft verändern könnten. Und wer weiß, vielleicht bewahrheitet sich in ein paar Jahren die ein oder andere Vorhersage von uns.

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Der goldene Esel – Call of Duty

Der letzte große Titel der Call of Duty Serie. Das im Zweiten Weltkrieg angesiedelte Vanguard. Wie wird Activision und Microsoft in Zukunft seine Prestige-Shooter-Reihe planen und launchen?

Mit Warzone, einem der erfolgreichsten Battle-Royal Shootern nach Fortnite, jährlichen Vollpreistiteln und regelmäßigen Updates und DLCs ist Call of Duty das wohl größte, prestigeträchtigste und damit wichtigste Franchise und Spiel von Activision. Mehr als drei Milliarden Dollar Umsatz erzielte die gesamte Call of Duty Marke nach eigenen Angaben von Activision 2020. Eine horrende Summe, die nun unter Microsoft nur noch weiter steigen wird. Denn durch die Activision Übernahme und damit der Call of Duty Entwickler wird Microsft die Marke noch weiter ausbauen, pushen, böse könnte man auch ausschlachten sagen. Doch ist es nur ein logischer Schritt, zähl Call of Duty schließlich nun zu den finanziell stärksten Titeln in Microsofts erweitertem Portfolio.

Sehr wahrscheinlich würden im Laufe der Zeit zahlreiche ältere Call of Duty Spiele wie Black Ops, WW2 oder Ghosts in den Xbox Game Pass wandern. Warzone, was ja als Grundspiel momentan auch gratis spielbar ist, dürfte seinen Weg ohnehin in den Game-Pass Launcher finden. Vielleicht würden in Zukunft sogar auch die neusten Call of Duty Titel (wohlmöglich sogar exklusiv?) in den Spiele-Abo-Dienst von Microsoft integriert werden. An der Qualität und Arbeit der Entwickler und damit auch der Spiele wolle Microsoft nach der Übernahme nicht rumpfuschen. So zumindest heißt es zum aktuellen Zeitpunkt. Die Qualitäte sollte also weiterhin den gewohnten Activision Standards entsprechen.

Hier dürften mögliche Veränderungen wohl am interessantesten sein, denn kein anderes Spiel von Activision konnte über so eine lange Dauer seine Spielerbasis und damit auch natürlich den Profit, so stark erweitern wie Call of Duty. Auf jeden Fall wird Microsoft nicht zu sehr am etablierten Erfolgsmodell rumschrauben. Vorerst zumindest.

Nicht tot zu kriegen – World of Warcraft

Eigentlich ist das MMORPG World of Warcraft ein Blizzard Produkt durch und durch, doch seit der Fusion von Activision und Vivendi Games und somit auch Blizzard Entertainment 2008 gehören sie zusammen. Deshalb, so absurd es jetzt klingen mag, ist der Urvater der Online-Rollenspiele WoW nun ein Microsoft Spiel. Ob sich die früheren WoW-Chefentwickler Jeff Kaplan, Tom Chilton und Co das jemals hätten denken können? Wahrscheinlich nicht. Doch was passiert jetzt mit dem angestaubten, von Spielerschwund und Skandalen geplagtem ehemaligen Million-MMO? Zum jetzigen Stand ist dies natürlich schwer vorherzusagen, doch kommen garantiert auch auf Azeroth Veränderungen zu.

Die momentane WoW Bezahl-Erweiterung Shadowlands ist die, so der allgemeine Konsens, schwächste seit langem. Noch nie gab es so eine große und lange Content-Dürre. Wird das MMO seinen zwanzigsten Geburtstag noch erleben? Und wenn ja, in welcher Form?

Das Abo-Modell als Schranke?

Seit dem Launch 2004 hält Wow eisern am Abo-Modell fest. Stolze 12,99 Euro kostet ein Monat Spielzeit. Andere MMOs wie Elder Scrolls Online oder Black Desert Online sind da schon „weiter“ und haben alternative Wege der Monetarisierung gefunden und setzen auf einen Mix aus Free-to-play und Bezahlabo. Dort ist ein Abonnement nicht verpflichtend, doch gibt es dafür teils saftige Boni und Extras wie zusätzliche Erfahrungspunkte, Begleiter und kosmetische Skins. Könnte ein solches Modell auch für World of Warcraft kommen? Möglich wärs, schließlich gibt es seit Jahren schon die Option, mit Gold, der Ingame Währung von WoW, eine Marke für 30 Tage Spielzeit zu kaufen. Oder aber eine WoW-Marke für reale Währung zu kaufen und im Spiel gegen Gold an andere Spieler weiterzuverkaufen.

Eine erste Aufweichung des „harten“ Monatsabos als einzige Spielmöglichkeit gab es also schon. Könnte Microsoft also vielleicht sogar das nicht tot zu kriegende und immer noch sehr beliebte Fantasy Rollenspiel auf Free-to-play umstellen? Vor allem da es in Vergangenheit immer mehr Probleme bei der Entwicklung und teils immense Spieler- und Content Creatorkritik an allen Ecken gab? Wäre es also höchste Zeit, den Abgang weiterer Abonnenten vorzubeugen und neue Spieler durch das Free-to-play Modell zu locken? Unmöglich ist es nicht. Ein weitreichender Schritt wäre es allemal. Bevor es aber soweit ist, könnte WoW aber erstmal in Microsofts Game Pass integriert werden. Dieser ist ja ohnehin ein Abo-Dienst mit Zugriff auf hunderte Spiele für einen monatlichen Beitrag von 12,99 Euro. Der selbe Preis also wie bei einem einzigen WoW-Abo. Für Gelegenheitsspieler und die, die WoW schon lange mal ausprobieren wollten, wäre es also eine attraktive Lösung, ohne das Spiel mit tausenden an Stunden voller Inhalte und mit so einem gewaltigen Kultstatus gleich für umsonst zu „verramschen“. Ein Free-to-play-Weg würde Activision und Microsoft so immer noch offen bleiben, falls die Spielerzahlen irgendwann wirklich noch weit unter die aktuell geschätzten 1,2 Millionen sinken würden.

Hackn Slay für immer? Was wird aus Diablo?

Das Action Hackn Slay Diablo zählt zu den Urgesteinen Blizzards. Eine süchtig machende und enorm befriedigende Kampf,- Grind- und Lootspirale soll den Spieler bei Laune halten. Zusammen mit der Möglichkeit auch mit Freunden und Fremden in Online-Lobbys zusammen auf Beute- und Monsterjagd zu gehen. Drei Hauptspiele gibt es inzwischen, Diablo Immortal soll noch dieses Jahr veröffentlicht werden, Diablo 4 ist angekündigt und droppt immer wieder neue Infos und Gameplay und Diablo 2 bekam mit Resurrected vor kurzem ein erfolgreiches Remaster. Ein Franchise also bei dem sich immer noch aktiv sehr viel tut. Wie wird der Activision-Microsoft Deal den Fanliebling Diablo beeinflussen?

Diablo 2: Resurrected erschien zuletzt auch auf den aktuellen PlayStation Konsolen. Wird es Diablo 4 auch? Oder werden Rückkehrer nach Sanktuario zukünftig auf einen PC (und Gamepass?) angewiesen sein?

Zuallererst dürften ältere Diablo-Teile vom Blizzard Launcher auf den Xbox Game Pass wandern. Ein logischer Schritt, wenn Microsoft all seine Marken unter einem grünen Abo-Dach haben möchte. Als nächsten kann man davon ausgehen, dass das heiß erwartete Diablo 4, wann auch immer es kommen mag, Microsoft Exklusiv sein wird. Natürlich kann die Portierung auf andere Konsolen mehr Einnahmen generieren, doch hängt Microsoft nicht beim Umsatz, sondern viel mehr beim Wert und der Anzahl seiner Xbox und PC exklusiven Titel Playstation hinterher. Dadurch, dass nun alle Activision Marken zu Microsoft wandern, wäre es denkbar, dass Microsoft deren und seinen eigenen Wert und Attraktivität für Spieler, durch eine Exklusivität erhöhen will, um gegen Sonys Blockbuster wie Horizon Forbidden West, The Last of Us und God of War in Zukunft besser dagegenhalten zu können.

Denkt jemand noch an die Echtzeitstrategie?

Eine gewaltige peinliche Katastrophe. Das war Warcraft 3 Reforged, das mit unglaublichen 0,6 Punkten User Score das schlechteste Spiel auf Meta Kritik ist. Wird Microsoft versuchen, die beliebte Serie wiederzubeleben? Oder stillschweigend zu Grabe tragen?

Ja, es gibt sie noch, Echtzeitstrategiespieler, die nicht aufgeben wollen, dass ihr geliebtes Warcraft und Starcraft doch noch würdige Nachfolger bekommen. Und für sie könnte die größte Übernahme der Videospielgeschichte eine extrem gute Nachricht sein. Denn wie man letztes Jahr mit Age of Empires 4 gesehen hat, hält Microsoft die Strategiefahne als einer der wenigen Entwickler noch hoch. Es ist natürlich Wunschdenken, aber ein bittersüßes zu sagen, dass Microsoft die zwei beliebten Echtzeitstrategie-Franchises wiederbeleben könnte. Da Strategiespiele sich bekanntlich schwer auf Konsolen tun, wäre ist auch durchaus möglich, dass ein Starcraft 3 und Warcraft 4 (es fühlt sich falsch an sowas nur zu denken), PC und Microsoft Exklusiv sein werden und dadurch auch höchst wahrscheinlich im Game Pass landen würden. Eine mögliche Entwicklung geschweige den Ankündigung dürfte aber noch Jahre dauern. Aber man darf ja schließlich noch träumen.

Wie geht es weiter mit Microsoft und Activision?

Eins ist nach all den Spekulationen aber garantiert. Selten hat sich die gesamte Videospielwelt durch ein einzelnes Ereignis so sehr verändert, oder besser gesagt wird sie noch verändern, wie durch dieses. Es ist eine riesige Investition Microsofts in die Zukunft, seine Plattformen und seine Ideen, sowie in neuere Konzepte wie Meta. Wie sich das alles auswirken wird, was wir Spieler am Ende davon haben, wie diese Übernahme die extremen Probleme bei Activision beeinflussen wird und wie Sony und Nintendo darauf reagieren werden, bleibt abzuwarten. Doch werden die Veränderungen kommen und sie werden gewaltig sein.

Bis sich erste reale und für Spieler sicht- und spürbare Veränderungen aber durchsetzen, wird es noch ein wenig dauern. In einer offiziellen Stellungnahme äußerte sich der momentane Activision Blizzard CEO Bobby Kotick, was es der große Deal für Activision bedeutet. Demnach wird die Übernahme erst 2023 vollzogen sein, bis dahin wird Activision noch komplett autonom agieren. Danach soll, ersten Infos und Details zufolge, Kotick aber das Feld räumen und nach einer fetten Abfindung Activision verlassen. Etwas, was sich tausende Spieler, Brancheninsider und Mitarbeiter von Activision lange gewünscht haben, nachdem in den letzten Monaten heftige Anschuldigungen zu Kotick im Zusammenhang mit sexueller Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz öffentlich wurden.

Danach könnte im Zuge Akquisition von Activision Blizzard durch Microsoft endlich ein längst überfälliger Führungswechsel geschehen, der nur positiv für alle Beteiligten, die Spielerschaft, Mitarbeiter von Activision und den Ruf des Unternehmens sein kann. Ganz klar wird Microsoft hier sehr viel verändern wollen, denn so wertvoll die nun gewonnen Marken und Lizenzrechte sind, der Schaden, denn Kotick und Co. nach jahrelangem Missmanagement und unglaublichem teils strafbaren Fehlverhalten hinterlassen, ist gewaltig. Das sollte die allererste Aufgabe von Microsoft sein, hier erst mal wieder Ordnung und neues Vertrauen zu schaffen.

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